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Straelen
Glänzendes Trio auf Haus Eyll

Straelen: Glänzendes Trio auf Haus Eyll
Barbara Elisabeth von Stritzky (Sopran), Michael Dahmen (Bariton) und Christoph Schnackertz (Piano) beeindruckten das Publikum beim Kammerkonzert auf Haus Eyll mit ihren Leistungen. FOTO: ym
Straelen. Das Beste aus Oper, Operette und Musical boten Barbara Elisabeth von Stritzky, Michael Dahmen und Christoph Schnackertz. Der Kulturring Straelen hatte zum 17. Mal zum Kammerkonzert in idyllischer Atmosphäre eingeladen. Von Udo Spelleken

Zum 17. Mal hatte der Kulturring zu einem Konzert in die alte Scheune auf Haus Eyll eingeladen. Alex Voigt, Vorsitzender des Kulturrings, begrüßte "die kunstbeflissene Landbevölkerung" und kündigte als Premiere ein Gesangsduo an. In den vergangenen Jahren waren bisher immer instrumentale Ensembles zu hören. Als Trio präsentierten Barbara Elisabeth von Stritzky (Sopran), Michael Dahmen (Bariton) und Christoph Schnackertz (Piano) Höhepunkte aus Oper, Operette und Musical. Werner Lohmann, Professor an der Musikhochschule Köln, hatte das Trio mit ausgesucht und ließ es sich auch dieses Mal nicht nehmen, die jungen Nachwuchskünstler persönlich vorzustellen.

Mit der Ouvertüre aus Mozarts "Zauberflöte" eröffnete Konzertpianist Christoph Schnackertz in einem opulenten Solo mit pulsierenden Phrasierungen, genauer Artikulation und zügigen Tempi eine Mischung aus der heiteren, lustigen, aber auch besinnlichen und ernsten Musikliteratur dreier Jahrhunderte.

Gleich darauf erlebte das Publikum eine Überraschung beim Duett "Bei Männern, welche Liebe fühlen" aus selbiger Mozart-Oper. Es hörte einen besonders aparten Gesangspart der Pamina mit emanzipiertem Ton und einen entflammten, kräftigen, dennoch sehr leichten, vor allem stets gerundet klingenden Papageno voller Klarheit des Gefühls. Mit hinreißender Selbstverständlichkeit sang Barbara Elisabeth von Stritzky die Arie "Ach ich fühl's, es ist entschwunden!" mit kolossaler Dynamik voller Lyrismen und Kraft. Michael Dahmen zelebrierte den Papageno mit herzlichem Charme und verschenkte bei aller Komik nicht die bezaubernde Musikalität dieses Werkes.

In der Tiefe kraftvoll, ohne schwer zu wirken, in der Höhe leicht, ohne dünn zu werden, ließ er den Don Giovanni auftreten. Burschikos und sicher auch in den höchsten Tönen zeigte sich die Koloratursopranistin in den "Lustigen Weibern von Windsor" als Frau Fluth in der Arie "Nun eilt herbei". Christoph Schnackertz stellte sich als optimaler Begleiter der Sänger am Flügel dar und als begnadeter Solist in "Isoldes Liebestod" von Richard Wagner in einer Bearbeitung von Franz Liszt. Mit sehr differenziertem Spiel ließ er die Musik zu einer die Handlung unterstreichenden und oft verdeutlichenden Dimension werden.

Im zweiten Teil des Kammerkonzerts in idyllischer Umgebung ging es in die Welt der Operetten und Musicals. In Melodien von Strauss und Lortzing war die Vielfältigkeit und Professionalität des Trios ebenso zu hören wie in "My fair Lady" von Frederick Loewe und "Ich gehör' nur mir" aus dem Musical "Elisabeth" von Sylvester Levay.

Zum Abschluss gab es noch ein Potpourri aus Lehárs "Lustiger Witwe", in dem die sympathischen Künstler ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellten.

Es gab vom entzückten Publikum viel Applaus für drei überragende Musiker.

Quelle: RP
 
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