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Gochs Prinzessin verdient ihr Geld in Veert

Geldern: Gochs Prinzessin verdient ihr Geld in Veert
Johannes Hondong (32) ist Geschäftsstellenleiter bei der Provinzial in Goch, FOTO: KLAUS-DIETER STADE / Thomas Binn
Geldern. Heute werden Johannes Hondong und Yvonne Gembler bei der Prinzenkür inthronisiert. Beruflich sind beide meist am Schreibtisch anzutreffen: Die Prinzessin kümmert sich ums Finanzielle, der Prinz um Versicherungen. Von Michael Baers

Nein, der künftige Gocher Karnevalsprinz hat während seiner Schulzeit den Klassenkameraden nicht das Pausenbrot weggegessen. Und wer sich Johannes Hondong ansieht, fühlt sich auch nicht zwingend an ein pelziges, stämmiges Raubtier erinnert. Trotzdem kennt den 32-Jährigen jeder nur als "Yogi" - in Anlehnung an die Zeichentrick-Figur "Yogi-Bär".

Sie trieb unter anderem Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre auch im deutschen Fernsehen ihr Unwesen, indem der Bär immerhungrig Jagd auf die Picknickkörbe der Besucher eines Nationalparks machte. Stets an seiner Seite war Kumpel Boo-Boo, beiden stets auf den Fersen war Ranger Smith. "In der Grundschule waren wir mehrere Kinder, die Jojo gerufen wurden, das führte zu Verwirrungen", erinnert sich Hondong. "Da wir damals samstags immer die Serie im Fernsehen sahen, nannten meine Freunde mich dann irgendwann einfach Yogi."

Die Serie verschwand, der Spitzname blieb. Und auch, wenn es sonst kaum Gemeinsamkeiten gibt, teilen sich Yogi-Bär und Yogi Hondong zumindest die Arbeitskleidung: Kragen und Krawatte. Während der Bär bei seinen räuberischen Streifzügen offenbar Wert auf adrette Kleidung legt, gehört der Windsor-geknotete Auftritt bei Hondong zur Arbeitsuniform. Schließlich ist er einer von drei Geschäftsstellenleitern der Provinzial-Filiale Am Markt 10 in Goch.

Auf den Abschluss an der Leni-Valk-Realschule folgte das Fach-Abitur in Kleve, dann der Antritt der Ausbildungsstelle bei der Provinzial Deinert & Holz in Kleve. Anschließend war Hondong im Außendienst tätig und wechselte 2006 zu ProService, einem Unternehmen der Sparkassen Finanzgruppe, nach Köln, um Erfahrung im Bereich Großkunden zu sammeln und "auch einmal außerhalb der Provinzial zu arbeiten". 2008 kehrte Hondong nach Goch zurück und übernahm den Schreibtisch gleich neben dem seines Vaters Josef Hondong. 2011 löste er ihn als Geschäftsstellenleiter ab.

Auch heute tritt "Yogi" wieder in die Fußstapfen des Vaters. Der war nämlich bereits 1982 Gocher Karnevalsprinz. Und da der Senior die Inthronisierung des Sohnes als Sitzungspräsident des Gocher Karnevalskomitees RZK moderiert, ist das karnevalistische Goch in dieser Session fest in Hondong-Händen - gewiss eine Versicherung für den Frohsinn.

Für namentliche Abwechslung sorgt die Prinzessin. In der eingangs erwähnten Zeichentrick-Serie hört die Freundin von Yogi-Bär auf den Namen Cindy und trägt vorzugsweise ein gelbliches Halstuch sowie einen blauen Rock. Mit ein wenig Fantasie also die Farben des Logos der Volksbank. Und tatsächlich, Hondongs karnevalistisch Auserwählte arbeitet in der Marketing-Abteilung des Kreditinstituts in Veert. Allerdings heißt sie nicht Cindy, sondern Yvonne. Der Nachname Gembler lässt erneut Rückschlüsse auf närrische Gene zu, denn auch ihr Vater stand schon an der Spitze der Gocher Karnevalisten. Im Jahr 1998 zog der Vorsitzende des Clubs der Pferdefreunde Goch als Prinz Jürgen I. durch die Lande. Tochter Yvonne war damals acht Jahre alt.

Seit August des vergangenen Jahres beschäftigt sich Gochs künftige Prinzessin in der Marketing-Abteilung der Volksbank hauptsächlich damit, Beratungshilfen für die Mitarbeiter vorzubereiten. Nach dem Abitur, das sie am Städtischen Gymnasium abgelegt hat, begann sie 2010 eine Ausbildung zur Bankkauffrau und war nach der erfolgreichen Absolvierung zwei Jahre als Beraterin in Gocher Geschäftsstellen der Volksbank tätig. Vor rund einem halben Jahr wechselte sie nach Veert. Seitdem ist die Gocherin eine pendelnde Prinzessin.

Mit Blick auf die bevorstehende Prinzenkür gaben sich beide gelassen. "Ich spüre eine gesunde Anspannung", sagte die Prinzessin wenige Tage vor dem Großereignis. Der Prinz berief sich auf seine Moderationserfahrung als Kommandant der Reitergarde und sagte, dass er "noch entspannt" sei. "Das ist am Freitag aber bestimmt anders."

Quelle: RP
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