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Geldern
Gottsuche 3.0 hat Premiere am Liebfrauen-Berufskolleg

Geldern. Vor ein paar Jahren, als viele ihrer Freunde zur Firmung gingen, da hatten sie sich dagegen entschieden: Sechs junge Frauen, die gerade zum Liebfrauen-Berufskolleg in Geldern gehen oder dort das Fachabitur gemacht haben. Nun hatten sie die Möglichkeit, sich bei der "Gottsuche 3.0" näher mit ihrem Glauben zu beschäftigen, über Erfahrungen und Meinungen zu sprechen und zu diskutieren und Fragen zu stellen. Angeboten wurden Abendtermine oder ein Blockseminar am Wochenende. Nach dieser Erfahrung wollten sie sich nun, als Erwachsene, doch noch firmen lassen. Weihbischof Wilfried Theising kam dazu nach Geldern, um in der hauseigenen Kapelle des Berufskollegs des Bistums Münster das Sakrament zu spenden.

Das sei nicht typisch in der katholischen Kirche, dass sich Erwachsene noch für die Firmung entscheiden, sagte Kaplan Christian Olding, der gemeinsam mit Schulseelsorgerin Barbara Roghmanns die 17 bis 23 Jahre alten Frauen an dem Berufskolleg begleitet hatte. "Die Firmung ist die feste Zusage, dass der Geist Gottes die Kraft, Stärke und Einsicht als Unterstützung im Leben gibt, die man braucht, um das Leben wirklich selbstbestimmt und frei in die Hand zu nehmen", erläuterte Olding. Die Firmung sei nach Taufe und Kommunion der dritte große Schritt auf dem Glaubensweg, daher der Name "Gottsuche 3.0". Er hoffe, sagte Olding, "dass die jungen Erwachsenen entdeckt haben, wo Gott im Leben schon da ist und wie sich mit diesem Gott Alltag gestalten lässt".

Die Gründe für ihre Entscheidung sind bei den jungen Frauen unterschiedlich. Einige möchten, bevor sie zur Erzieherin ausgebildet werden, noch das Sakrament nachholen. "Ich finde das für meinen Beruf wichtig", sagte etwa die 23-jährige Jenny Schubert. Für Angelina Pasquesi (17) war es "eigentlich schon immer klar", dass sie noch gefirmt werden wollte. Das Angebot der Berufskollegs sei da genau passend gewesen. Seelsorgerin Roghmanns ergänzte: "Ich finde die Idee der Firmung an der Schule als Möglichkeit, Kirche im Schulalltag noch mal anders ins Bewusstsein zu rufen. Bei den Schulklassen der Firmandinnen, den Mitschülerinnen, die Patinnen sind, und auch bei den Kollegen." Das Projekt sei offen für alle gewesen, die Firmung habe am Ende als Option bestanden.

Das Angebot sei "total cool" gewesen, fasste Jasmin Matthies (18) unter dem Nicken der anderen Firmandinnen ihren Eindruck von der "Gottsuche 3.0" zusammen. "Die Vorbereitungsstunden haben Spaß gemacht, wir haben viel zusammen gesprochen, aber auch Filme zu verschiedenen Themen angeschaut. Außerdem haben wir über Gott und den Heiligen Geist gesprochen, welche Verbindung wir dazu haben. Das sind Gespräche, die man sonst nicht unbedingt führt." Jenny Schubert stimmte ihr zu: "Auch wenn wir uns zum Teil nicht kannten, haben wir uns alle geöffnet, waren uns manchmal richtig vertraut, das waren Stunden, die richtig gut waren."

Quelle: RP
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