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Geldern
Graue Platten für Gelderns neue Straßen

Geldern: Graue Platten für Gelderns neue Straßen
FOTO: Stadt Geldern
Geldern. Die Würfel sind gefallen: Es wird grau. Auf die Straßen und Plätze, die in der Innenstadt neu gestaltet werden, kommt Betonpflaster wie am Niersforum. Unklar ist, ob nun roter Klinker als auflockerndes Element verlegt wird oder nicht. Von Sina Zehrfeld

Die Entscheidung, die nun getroffen ist, betrifft alle Straßen und Plätze, die in der Innenstadt erneuert werden. 2017 geht es damit auf Bahnhofstraße, Kapuzinerstraße und Heilig-Geist-Gasse los. Später geht es noch vielen weiteren Wegen ans Pflaster, unter anderem der Fußgängerzone Issumer Straße. So steht es im "Integrierten Handlungskonzept".

Die Politiker haben die Weichen dafür in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses des Stadtrates gestellt. Große Einigkeit herrschte in der Frage des Bodenbelags. Im Raum standen graue Betonplatten oder roter Klinker, und die Politiker votierten für Beton. Es soll das gleiche Material verwendet werden wie am Niersforum.

Klinker könnte aber auch noch auftauchen, und zwar in den Regenrinnen. Die Politiker konnten sich jedoch nicht darüber einig werden, ob das eine gute Idee wäre oder nicht. Die Entscheidung wurde daher vertagt.

Rote Klinker-Rinnen sollten zwei verschiedene Funktionen erfüllen. Erstens: Sie sollten einen Kontrast zum grauen Pflaster bilden; eine Linie, an der sehbehinderte Menschen sich orientieren können. Zweitens: Die ansonsten in Geldern sehr verbreitete Backstein-Optik sollte damit aufgegriffen werden.

CDU und FDP fanden das Konzept im Bau-Ausschuss gut. Die SPD aber nicht: Sie plädierte für Rinnen in Grau-Tönen, entweder in einem helleren oder einem dunkleren Grau. Das ergebe eine "edlere Optik", meinte SPD-Fraktionschef Hejo Eicker. Und Parteifreund Jörg Grahl ergänzte, auch die übrigen Elemente in der Innenstadt - Bänke, Pflanzkübel, Laternen - kämen besser zur Geltung, "wenn man nicht nur auf so rote Rinnen starrt".

Der Leiter des Gelderner Tiefbauamts, Frank Hackstein, wandte lediglich ein, dass es vielleicht nicht unbedingt zielführend wäre, ausgerechnet hellere Steine in Rinnen zu verlegen, durch die später schmutziges Wasser fließt. Aber gegen dunkles Material wäre fachlich aus Sicht der Stadt an sich nichts einzuwenden.

Die Parteien konnten sich über die Farbfrage - rot oder grau - letztendlich nicht verständigen. Sie beschlossen daher vorerst nur die Art der Bodenplatten und die Breite der Rinnen - 30 Zentimeter.

Für die nun anstehenden Arbeitsschritte in der Stadtverwaltung reicht das, so Bürgermeister Sven Kaiser. Dafür sei es derzeit noch nicht von Belang, "ob der Stein in der Rinne jetzt rot, anthrazit oder Klinker ist". Kaiser wünschte sich, dass sich "eine große, breite Mehrheit" für die offenen Fragen finde. Der Stadtumbau sei schließlich für Geldern von enormer Bedeutung.

Im Bauausschuss ging es übringens nicht um gestalterische Einzelheiten. Wohin etwa Regenrinnen kommen, oder wohin Bänke und Bäume gesetzt werden - derlei Details werden für jede Straße einzeln geplant und beraten.

Quelle: RP
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