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Straelen
Gregorianische Gesänge auf hohem Niveau in St. Peter und Paul

Straelen. Sie kamen gänzlich ohne Instrumente aus. Allein mit ihren Stimmen zauberten fünf musikalisch hochkarätige Sänger des Ensembles Virga Strata Berlin in der Pfarrkirche St. Peter und Paul Straelen Melodien und Harmonien. Gregorianische Gesänge von der Kirche unter dem Motto "Caelestis urbs Jerusalem - Himmlische Stadt Jerusalem" eingerahmt von drei Orgelimprovisationen, die Otto M. Krämer inszenierte, standen auf dem Programm. Von Udo Spelleken

Das 2002 gegründete Ensemble unter der Leitung von Jochen Großmann und Krystian Skoczowski sieht sich einem gehobenen Niveau ebenso verpflichtet wie dem geistlichen Inhalt des gregorianischen Chorals. Das Quintett, dessen Mitglieder alle Musikpädagogen und Kirchenmusiker sind, zeichnet spirituelle Ernsthaftigkeit, musikalische Leichtigkeit und ein von stimmlicher Ausgeglichenheit geprägter Interpretationsstil aus. Die frühe geistliche Vokalmusik ließen die rund 50 Zuhörer eintauchen in eine eigenartig fremdartige Mystik.

Der gregorianische Choral ist das gesungene Gebet der Kirche. Er bringt das Lob Gottes, Freude, Bitten und Klagen mit Worten der Heiligen Schrift zum Klingen. Das Ensemble wählte ein- und mehrstimmige Gesänge mit ihrer zumeist archaischen Melodik und freien Rhythmik. Mit unterschiedlichen Wechselgesängen, Hymnen aus dem Dominikanerkloster Gubbio und Antiphonen der Heiligen Hildegard von Bingen erlebte das Publikum eine energiegeladene, feierlich aufrüttelnde, still und gleichzeitig dramatisch uralte Musik.

Ebenso kraftvoll ließ Otto M. Krämer in seinen Improvisationen die Orgel erklingen. Aus der Tiefe der Bässe entwickelte er auf der Stockmann-Orgel wellenartige Sequenzen, die sich in aufgesetzten Harmonien wiederfanden. Eine anspruchsvoll wirkende Fuge verlor sich in chromatischen Akkorden und Läufen, verfiel in tragende Nachdenklichkeit und erfüllte sich wuchtig in klaren, sphärenhaften Figuren mit dem ernsthaften Bemühen einen majestätischen Abschluss zu kreieren. Choralmäßig aufgebaut, barock mit Trillern und Triolen gespickt, bot der Organist seinen Zuhörern mit Elementen der Flötenuhr-Musik einen Einblick in die Möglichkeiten der Register. Mit dem Antiphon "Salve Regina" und begeistert anerkennendem Beifall endete ein außergewöhnliches Konzert.

Quelle: RP
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