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Geldern
"Grüne Gruppe" räumt im Freibad auf

Geldern: "Grüne Gruppe" räumt im Freibad auf
Die Mischung macht's: Ehemaliger Banker, Gärtner oder Manager greifen in Walbeck regelmäßig zu Besen und Harke. Zur Belohnung gibt es hinterher ein gemeinsames Frühstück. FOTO: gerhard Seybert
Geldern. Ohne Freiwillige könnte die Einrichtung in Walbeck nicht überleben. An jedem Mittwochmorgen rücken die Helfer an. Von Monika Kriegel

Die Badesaison ist kurz. Lediglich an rund 40 heißen Sommertagen wird im Waldfreibad Walbeck das Geld verdient. Knapp 20.000 Besucher nutzten bereits in diesem Jahr die Möglichkeit, schätzen die unnachahmliche Kulisse. Die kommt nicht von ungefähr. Ob Sommer, Winter, Frühling oder Herbst - die "Grüne Gruppe" ist an jedem Mittwochmorgen zur Stelle, kümmert sich um die Pflege und Instandhaltung des Areals, betreut den Wohnmobilstellplatz. Freiwillig, ohne Bezahlung, seit Jahren, wohlgemerkt.

"Unser Wohnmobilstellplatz gehört zu den Top 100 in Deutschland. Mit unserer gepflegten Anlage müssen wir uns nicht verstecken", schwärmt Detlef Düring von einer gewachsenen Naturlandschaft. Aber: "Die Farbe Weiß dominiert bei uns", scherzt er und meint damit nicht etwa Dekor, sondern die Haarfarbe. "Ja, wir haben Nachwuchssorgen. Als Rentner stehen wir bekanntlich nicht mehr im Erwerbsleben, haben nun Zeit, uns auf unterschiedliche Weise einzubringen. Keine Frage, wir machen das gerne, aber wir werden nicht jünger." Die "Grüne Gruppe" sei ständig auf der Suche nach weiteren Mitstreitern, die mittwochs morgens zu Harke, Schraubendreher, Schaufel, Pinsel, Besen greifen oder einfach die Rasenfläche pflegen.

Düring: "Der Beruf spielt keine Rolle, kann sogar von Vorteil sein. Immerhin: Wir profitieren vom Mix und der jahrelangen Erfahrung in den Berufen. Wir haben 15 unterschiedliche gezählt. Der eine kann schweißen, ein anderer anstreichen oder schreinern. Wir haben ehemalige Banker, Gärtner oder Manager in der Gruppe." Rosemarie Cox und Maria Tebbe sorgen seit vielen Jahren dafür, dass die "Grüne Gruppe" an besonderen Tagen nach getaner Arbeit ausgiebig frühstückt. "Das Klönen und Scherzen gehört dazu, stärkt den Zusammenhalt. Überhaupt, diese freiwillige Leistung kann finanziell gar nicht gegengerechnet werden", betont Benedikt Mey, beim Walbecker Bäderverein als Marketing- und Vertriebsmanager angestellt. Im Gegenteil: Falls Geräte erneuert werden müssen, können größere Investitionen schnell mal Löcher ins Budget reißen. Denn nicht alles kann von den Laien geleistet werden. "Die Baumpflege geben wir beispielsweise in professionelle Hände", erklärt Mey. Und das deshalb, weil der Bäderverein einer Verkehrssicherungspflicht unterliegt. Um diese Verpflichtung zu finanzieren, wurden Baumpatenschaften ins Leben gerufen. "Das funktioniert folgendermaßen: Jeder Pate kann unter den 100 Laubbäumen einen auswählen. Auf diese Weise unterstützt er unser Engagement", sagt Düring, der die Idee unterstützt. Für alle anderen Aufgaben gebe es die "Grüne Gruppe". Weitere Freiwillige sind immer willkommen. Interessenten können sich bei Detlef Düring, Telefon 02831 9109643, melden.

Quelle: RP
 
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