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Geldern
Grünes Licht für das Kapuzinertor

Geldern: Grünes Licht für das Kapuzinertor
Der Blick von oben auf das Kapuzinertor. Das ist der Bereich zwischen Ostwall (oben), alter Berufsschule und altem Arbeitsamt (rechts), Kapuzinerstraße (unten) und Sandsteg (links). FOTO: Rathke Architekten BDA
Geldern. Gelderns Bau- und Planungsausschuss billigte die geänderte Konzeption. Allgemeines Bedauern über "schmerzliche Anpassungen", doch Lob für den Kompromiss. Bürgermeister Sven Kaiser sieht "riesige Chance" für die Stadt. Von Michael Klatt

Markus Rathke versuchte sich als Prophet. "Ich bin wohl zum letzten Mal hier in Geldern", sagte der Wuppertaler Architekt den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses. Denn das von ihm betreute Projekt "Kapuzinertor" habe einen vielversprechenden Planungsstand erreicht. So vielversprechend, dass der Ausschuss das wegen der archäologischen Funde veränderte Konzept bei einer Gegenstimme billigte und die Verwaltung beauftragte, die weiteren Schritte einzuleiten.

Wie berichtet, erzwingen die Funde von Mauern aus dem 14. Jahrhundert den Verzicht auf eine Tiefgarage. Deshalb werden Parkplätze ebenerdig angelegt. Das führt zu weiteren Änderungen: Ein Teil des historischen Berufsschulgebäudes muss abgerissen werden, der Discounter entfällt, der Vollsortimenter Edeka wird leicht vergrößert von 2500 auf 2800 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Hermann-Josef Eicker (SPD) brachte, wie andere Politiker, seine Enttäuschung über "schmerzliche Anpassungen" zum Ausdruck. Die weichenden Berufsschulteile seien von emotionalem Wert, - für seine Parteifreundin Katja von und zu Hoensbroech sind sie sogar "identitätsstiftend -, die oberirdischen Parkplätze hätten Auswirkungen auf das Stadtbild. Steffen Feltens (FDP) bedauerte den Verlust der Synergie von Vollsortimenter, Discounter und Tiefgarage. Doch es überwog die Meinung, dass mit diesem Kompromiss "das Bestmögliche", so Feltens, zu Stande gekommen sei.

"Das ist eine riesige Chance für Geldern", stellte Bürgermeister Sven Kaiser fest. Die Erwartung von Eicker, der Kapuzinerplatz solle im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts umgesetzt werden, entsprach der Rathaus-Chef. "Der Kapuzinerplatz kommt, in der nächsten Woche gibt es erste Vorgespräche." Auch eine gute Wegebeziehung in die Heilig-Geist-Gasse werde angestrebt. Gut finden die Ausschussmitglieder, dass einige Ideen des Gestaltungsbeirats in das Konzept einflossen. So werden die Parkplätze zwischen altem Arbeitsamt und alter Berufsschule vollständig von Bäumen umrahmt. Die Empfehlung des Beirats, beim Büro- und Geschäftshaus an der Ecke Ostwall/Sandsteg auf die Abrundung zu verzichten, möchte Bernd Bianchi (Bündnis 90/Grüne) aber lieber nicht umgesetzt sehen. "Diese Kurve ist doch gelungen, das ist ein echter Hingucker." Vor allem dann, wenn, wie es im Gespräch ist, ein Restaurant dort einziehen sollte.

Dietmar Bexkens (SPD), der sich froh über die geplanten begrünten Dachflächen äußerte, fragte nach, ob der Parkraum im Kapuzinertor bewirtschaftet werde. Da laufen noch Abstimmungsgespräche mit Edeka. Eventuell kommt es zu einer Parkscheibenregelung. Käufer sollen vom Kapuzinertor ihren Weg möglichst auch Richtung Markt und Issumer Straße finden.

Die Stadt muss nun die diversen Veränderungen bei der Schaffung des Planungsrechts berücksichtigen. Es werden neue Gutachten über den Lärmschutz und das Verkehrsaufkommen benötigt. Diese Gutachten wurden seitens der Investoren bereits in Auftrag gegeben. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden sie in den Entwurf des Bebauungsplanes übernommen und in der nächstmöglichen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Politik vorgestellt mit dem Ziel, den Bebauungsplan offenzulegen. Während der Offenlage besteht die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken zum Bauvorhaben einzureichen, über die dann wiederum im Ausschuss zu entscheiden ist. Realistisch ist laut Stadtverwaltung, das erforderliche Planrecht noch vor Weihnachten zu schaffen.

Quelle: RP
 
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