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Geldern
Guido Jentjens brilliert bei Benefizkonzert

Geldern. Zu einem besonderen Benefizkonzert hatte der Förderkreis der Geistlichen Konzerte in die Pfarrkirche St. Maria Magdalena eingeladen. Zu Gast war der aus Geldern stammende Bassist Guido Jentjens, begleitet von Kantor Dieter Lorenz an der Orgel. Der Vorsitzende des Kirchenchors, Friedhelm Aengenvoort, begrüßte die Zuhörer und freute sich über Geschenke im doppelten Sinne: Die erstklassige Musik und den Benefiz durch den Solisten, der auf seine Gage verzichtete, die nun ganz dem Förderkreis zu Gute kommt. Das Publikum erlebte einen bestens disponierten Guido Jentjens, der sich als souveräner Kammermusiker und exzellenter Brahms-Interpret präsentierte.

Mit zwei Kantaten aus dem 17. Jahrhundert eröffneten die beiden Musiker im Altarraum das Konzert. Geradlinigkeit, thematische Prägnanz und rhythmische Energie sind charakteristisch für die Werke des Italieners Maurizio Cazzati. In der Kantate "Dulcis Amor" entfaltete Jentjens dazu seine melancholischen Betrachtungen. Keine lebensfern vergeistigte Zelebration, sondern packende, überraschend abwechslungsreiche Bilder tönten dem Hörer bei der Kantate "Catenae terrenae" von Giovanni Battista Brevi entgegen, die Jentjens dank einfallsreicher Handhabung seines feinsinnig warmen und weichen Basses zeichnete. Deutlich erhob sich das musikalische Potential über die gestellten technischen Anforderungen. Das unglaublich sensible Zusammenspiel von Orgel und Solist ließ wie nebenher einen sehr aufgeschlossenen Klang entstehen, der sich durch eine unverzichtbare Klarheit auszeichnete. Die Komposition "Zehn biblische Lieder" von Antonin Dvorák, Vertonungen ausgewählter Verse der Psalmen Davids, zählt zu den bedeutendsten Liedzyklen. Mal preisend, mal bittend lud jedes der zehn Stücke zum Eintauchen in eine andere Welt ein. In den stärksten Passagen verschmolzen der Gesang Jentjens' und Lorenz' Orgelspiel von der Empore zu einer Einheit, der Text wurde fast greifbar. Mal lobten Musik und Text die Größe Gottes, mal flehten sie um Beistand, mal schrien sie bewegt-verspielt auf. Die Orgel war nicht nur bloßer Begleiter der Melodie, sondern führte deren Gedanken weiter oder brachte Gegenstimmen ein.

Die abschließenden "Vier ernsten Gesänge" von Johannes Brahms waren für den Bassisten keine leichte Kost. Die Melodie musste schwierige Sprünge und ungewöhnliche Intervalle bewältigen. Eine Aufgabe, die Jentjens spielerisch meisterte. Sie verrieten die stimmliche Kraft, die interpretatorische Entschiedenheit und große Ausdruckskunst des Sängers. Zur Erholung luden die beschaulichen, romantisch anmutenden Passagen ein, in denen Orgel und Gesang ruhig dahinflossen.

(usp)
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