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Geldern
Gute Wirtschaftsdaten im Kreis Kleve

Geldern. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Kleve legte ihren Jahresbericht 2014 vor. 88 000 Menschen gingen in dem Jahr einer versicherungspflichtigen Arbeit nach, die Arbeitslosenquote war geringer, als der NRW-Durchschnitt Von Matthias Grass

kleve Ist die Wirtschaft gesund, freut sich der Wirtschaftsförderer. Im Kreis Kleve ist es die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die zeigt, dass hier im Vergleich zum Land NRW die Welt noch relativ in Ordnung ist. Sie steigt deutlich mehr, als im Landesdurchschnitt: Ende 2014 wurden im Kreis über 88 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer gezählt. 17 Prozent mehr als 2007. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl dieser Arbeitsplätze um 11,6 Prozent. "Über 20 000 Menschen arbeiten im Kreis in den 4000 Betrieben des Handwerks", unterstreicht Landrat Wolfgang Spreen. Entsprechend niedrig ist im Vergleich zum Landesdurchschnitt auch die Zahl der Arbeitslosen: 10 613 Menschen oder 6,7 Prozent waren hier ohne Arbeit. Im Land Nordrhein-Westfalen waren es durchschnittlich 8,2 Prozent. International ist die Wirtschaft des Kreises konkurrenzfähig: 2014 machte das produzierende Gewerbe 45,6 Prozent des Gesamtumsatzes im Ausland. Der Landesdurchschnitt liegt bei 43,1 Prozent.

Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer der Kreis Klever Wirtschaftsförderungsgesellschaft, war sichtlich zufrieden mit den Rahmenbedingungen, mit denen die Kreis Klever Wirtschaft derzeit zu tun hat. Es läuft. Das sagen die nackten Zahlen, die sich alle in dem 20-seitigen Hochglanzprospekt "Jahresbericht 2014 der Wirtschaftsförderung" widerspiegeln, den Kuypers gestern vorlegte.

Selbst der sperrige virtuelle Gewerbeflächenpool ist in Teilen erfolgreich. "Es hat nicht den erwarteten überregionalen Sog gegeben, auf den wir gehofft hatten. Aber schaut man beispielsweise auf Betriebe, die sich vergrößern mussten, dann erkennt man das ideale Instrument, das wir mit dem Gewerbeflächenpool haben", sagt Kuypers. Bei Ansiedlungen hingegen denken Kommunen erst einmal an den eigenen Kirchturm: "Wer einen Investor an der Angel hat, versucht ihn zuerst auf dem eigenen kommunalen Gebiet unterzubringen", sagt Kuypers. Angesichts knapper kommunaler Kassen sei das verständlich. Erst wenn es dann nicht klappt, kommen die Kommunen auf den Gewerbeflächenpool zurück, so der WfG-Geschäftsführer weiter.

"Trotz der guten Zahlen hält sich mein Optimismus in Grenzen", sagt Landrat Wolfgang Spreen mit Blick auf den jüngsten Streit in der Landesregierung um eine große Wirtschaftsansiedlung. So gelte auch im neuen Landesentwicklungsplan der Flughafen Weeze immer noch nur als regional bedeutsam. Aber man gebe halt nie die Hoffnung auf. Einen Hoffnungsfunken, den Hafen in Emmerich in der Landesplanung aufzuwerten, sieht der Landrat aber doch am Horizont.

In seinem Jahresbericht zeigt Kuypers aber auch, dass gute Wirtschaftsförderung ein beträchtlicher Teil Netzwerken ist: Sein Prinzip, jede Kommune zu besuchen, Wirtschaftsvertreter zusammenzuführen und auf den wichtigen Messen präsent zu sein, behält er bei. 42 Veranstaltungen hat sein Vier-Mann-Team 2014 gestemmt, 68 Förderanträge wurden bearbeitet und 48 Investorenanfragen. Man war auf der Grünen Woche und auf der Expo Real, band die Hochschule Rhein-Waal über den Verein Campus Cleve in die Veranstaltungen mit ein und lud zur Sommertour durch das Gesundheitswesen im Kreis.

Eine dieser Veranstaltungen im Klever Tichelparkkino zeigte, wo der Schuh bald drückt: So stehen statistisch gesehen bis 2018 noch 750 Betriebe vor der Übergabe an einen Nachfolger. Wenn einer da ist. Statistisch hängen davon im Kreis Kleve 14 000 Arbeitsplätze ab.

Quelle: RP
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