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Geldern
Gymnasien: Sanierung für 17,3 Millionen

Geldern: Gymnasien: Sanierung für 17,3 Millionen
Um das Lise-Meitner-Gymnasium und das Friedrich-Spee-Gymnasium auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, müsste die Stadt laut Gutachten sehr viel Geld in die Hand nehmen. FOTO: möwius
Geldern. Um die beiden Gelderner Gymnasien baulich auf modernen Stand zu bringen, müsste die Stadt viel Geld ausgeben. Und damit wären sie nur technisch überholt. Die Stadt schlägt eine Projektgruppe vor, die grundlegend berät. Von Sina Zehrfeld

Dass es einen Sanierungsstau gibt, das war klar - die Klagen über Schäden häuften sich. Deshalb hat die Stadt Geldern ihre beiden Gymnasien begutachten lassen. Die Ergebnisse sind jetzt da.

Um die Schulen so wie sie sind rein baulich - also energetisch und technisch - auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, müsste die Stadt etwa 17,3 Millionen Euro in die Hand nehmen. Das ist die Einschätzung von Experten des TÜV Rheinland nach Besichtigungen des Friedrich-Spee- und des Lise-Meitner-Gymnasiums.

Das Friedrich-Spee-Gymnasium. FOTO: moew

Fotos von der "Bauzustandserfassung" dokumentieren deutlich sichtbare marode Stellen an Putz und Beton, Löcher in Dächern, uralte elektrische Verkabelungen, die für Laien und Fachleute gruselig aussehen. Nach der Untersuchung des TÜVs sind die Immobilien an allen Ecken und Enden reparaturbedürftig.

Die erwarteten Posten im Einzelnen für Lise-Meitner-Gymnasium (LMG) und Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG):

Dächer LMG: 885.000 Euro, FSG: rund 3,1 Millionen Euro. Allerdings ist am FSG bereits eine gründliche Sanierung von Dach und Fassadenteilen für 250.000 Euro veranlasst worden. Das ist im Gutachten noch nicht berücksichtigt.

Fassaden, Fenster, Sonnenschutz LMG: 1.059.000 Euro, FSG: Rund fünf Millionen Euro.

Brandschutz Es werden für das LMG Kosten von 674.000 Euro und für das FSG Kosten von 787.000 Euro angenommen.

Schadstoffsanierung LMG: Voraussichtlich über eine halbe Million Euro, FSG: 590.000 Euro. In diesem Zusammenhang geht es allerdings nicht darum, dass tatsächlich Schadstoffe gesucht und gefunden worden wären. Die Gutachter haben zugrunde gelegt, welche Materialien zur Bauzeit der Immobilien üblicherweise verwendet wurden, und haben daraus einen Erneuerungsbedarf prognostiziert.

Leitungsnetze für Wasser, Abwasser, Heizung, Elektroleitungen sowie sonstige sanitäre Installationen LMG: Gut 2,46 Millionen, FSG: Gut 2,25 Millionen Euro.

Generell sind die Zahlen der Fachleute vielfach keine genauen Vorhersagen, sondern Annahmen dessen, was bei so alten Gebäuden im vorliegenden Gesamtzustand anzunehmen wäre. Weitere Untersuchungen wären nötig.

Die insgesamt 17,3 Millionen sind allein das, was voraussichtlich nötig wäre, um die Schulen baulich auf die Höhe der Zeit zu bringen. Weiterer Modernisierungsbedarf spielt da noch nicht mal hinein. Etwa, wenn es um eine moderne Lehrumgebung geht, um bessere Ausstattung von Klassen- oder Lehrer-Zimmern, um Bedarf an Räumen, die durch neue pädagogische Konzepte und Methoden nötig werden. Auch die Planung der Medien-Entwicklung - also Verkabelung für IT-Systeme zum Beispiel - fällt nicht darunter.

Die Stadtspitze hat die Zahlen der Politik vorgelegt. Sie schlägt die Bildung einer Projektgruppe vor, die sich grundlegenden Fragen stellen soll. "Wie gehen wir jetzt weiter vor? Was priorisieren wir? Was ist ganz besonders wichtig?", reißt Bürgermeister Sven Kaiser an. Und: Welche Weichen will Geldern stellen mit Investitionen in die "Schulstadt"? Hinzu kommen praktische Aspekte: Inwieweit sind derart umfangreiche Sanierungen im laufenden Schulbetrieb eigentlich denkbar?

Eine fundierte wirtschaftliche Betrachtung - was lohnt sich überhaupt noch, und was lohnt sich nicht mehr - sei mit Hilfe eines externen Fachmanns, eines spezialisierten Architekten, sinnvoll, meint Kaiser. So eine Projektgruppe könnte also aus Vertretern der Politik und der Verwaltung, externen Fachleuten sowie der Schulen bestehen.

Allerdings dürften Politik und Stadtverwaltung bald weiteren Stoff zum Nachdenken bekommen. Der Sanierungsstau betrifft nicht nur Gymnasien, nach und nach sollen alle Schulbauten in Augenschein genommen werden. Noch im November überprüfen Gutachter, diesmal von der Dekra, das Realschul-Gebäude am Westwall, die Albert-Schweitzer-Grundschule sowie die Marienschule. Auf die Ergebnisse hofft man noch im Dezember.

Quelle: RP
 
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