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Geldern
Haldern-Festival: Die Fans feiern ein großes Pop-Fest im Regen

Haldern Pop Festival 2016: So war der erste Tag
Haldern Pop Festival 2016: So war der erste Tag FOTO: Thomas Binn
Geldern. Beim dreitägigen Open-Air wird das Konzert am letzten Tag zur Schlammschlacht. Die Besucher sind trotzdem begeistert. Von Sebastian Latzel

Das sind diese Szenen, die hängenbleiben, die die Erinnerung an das 32. Haldern Pop prägen: Es regnet in Strömen, heftige Schauer jagen über den Platz und einige Fans haben sich in das kleine Zelt am Einlass geflüchtet. Es regnet weiter. Der Boden wird langsam feucht, auf dem Rasen bilden sich Pfützen. Erst sind die Schuhe nass, dann die Socken. Der Regen hört nicht auf. Zwei kleinen Mädchen, deren Eltern Karten für den Biergarten gekauft haben, hält es nicht mehr unter dem Zelt. Sie laufen raus in den Regen, fassen sich an den Händen und tanzen in den Pfützen.

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Eine Szene, die offenbar ansteckt, denn als die ersten Töne der Slow Show von der Bühne zu hören sind, lichten sich die Reihen im schützenden Zelt. Die Fans lassen Regen Regen sein. Sie zieht es vor die Bühne, wo sich Rob Goodwin erst einmal entschuldigt. "Wir haben den Regen von Manchester mitgebracht." Der kleine Mann mit der tiefen Stimme aus der Kohlengrube kann nicht fassen, was da vor der Bühne passiert. Das Wasser von oben ist längst allen egal. In den ersten Reihen werden sogar die Schirme zugeklappt, damit alle sehen können. Immer wieder schlägt sich Goodwin auf die Brust, verneigt sich. In diesem Moment ist klar: Fans und Musiker haben den Kampf gegen den Regen längst gewonnen.

Das war am Anfang noch nicht abzusehen gewesen. Denn am Donnerstag gab es amtliche Warnungen vor schweren Unwettern. Malteser, Feuerwehr, Ordnungsamt, Polizei Veranstalter und Security tauschten sich regelmäßig über die aktuelle Situation aus. Vorsichtshalber waren die beiden Reithallen vorbereitet worden, um dort die Besucher unterzubringen, wenn der Platz evakuiert werden müsste. Getränke standen in den Hallen bereit, um die Fans zu versorgen. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme", erläutert der Reeser Ordnungsamtschef Frank Postulart. Alle diese Dinge seien aber seit Jahren bereits im Vorfeld mit den Besitzern der Reithallen abgesprochen.

Am Ende konnten die Verantwortlichen aufatmen. Es blieb bei ein paar heruntergefallenen Ästen. Der Campingplatz musste nicht geräumt werden. "Alles ist absolut professionell gelaufen, wir müssen auch den Veranstaltern ein großes Kompliment aussprechen", sagt Postulart. Vor allem habe sich gezeigt, dass das Sicherheitskonzept, das es seit Jahren gebe, auch in der Praxis funktioniere.

Der Regen am Samstag und Sonntag war dann zwar wenig angenehm auf dem Zeltplatz, stellte aber keine Gefahr da. Mancher schien sogar auf den Regen gewartet zu haben, streifte das T-Shirt ab und stürzte sich in den Schlamm. Auf jeden Fall sorgte der Regen dafür, dass sich der Campingplatz gestern schneller als üblich leerte. Vielleicht hatten die Fans dann auch den Song im Ort, den Scherzkekse auf dem Hauptplatz über den Lautsprecher schickten, als der Regen am stärksten war: "Wann wirds mal wieder richtig Sommer?" von Rudi Carrell.

Quelle: RP
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