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Bürgermeisterwahl in Geldern
Hanneke Hellmann antwortet auf Fragen der RP-Leser

Hanneke Hellmann antwortet auf Fragen der RP-Leser
Hanneke Hellmann beantwortet die Fragen der Leser. FOTO: Venn, J. (jven)
Geldern. Viele Leser schickten der Redaktion ihre Fragen. Die Häufigste war: Wie können Bürgermeister und Politik in Zukunft vertrauensvoll zusammenarbeiten? Hier die Antworten von Hanneke Hellmann. 

Welche konkreten Zukunftsprojekte haben Sie für Geldern in ihrem "Koffer", die nicht bereits bekannt, geplant, in Angriff genommen sind?

Ich möchte, dass die Innenstadt für die Gelderner Bürger und Besucher attraktiver wird. Die Glockengasse müsste ansprechender gestaltet werden: Stichworte Sitzgelegenheiten/Bepflanzung. Die Zusammenarbeit zwischen den Eigentümern, der Stadt Geldern, Integra und Haus Freudenberg möchte ich fördern. Ebenso Existenzgründer in Leerständen. . .

Wie stehen Sie zu der Idee für einen Lärmschutzwall an der "B 58 n", Abschnitt Königsberger Straße?

Ich bin für die größere Lösung, die im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen war: eine Umgehung vom Schwantgen Richtung Hamb zu errichten. Geldern wird durch diese Umgehung vom Lastverkehr entlastet. Ein Lärmschutzwall hilft nur den Anwohnern der Königsberger Straße, denen der Kapellener Straße jedoch nicht.

Was soll getan werden gegen Radfahrer in der Fußgängerzone sowie Müll, Zigarettenkippen und Hundekot auf den Straßen?

Ich bin Anhänger einer "sozialen Kontrolle", das heißt, jeder Bürger sollte den anderen auf Einhalt der Regeln wie das Fahrverbot für Fahrradfahrer in der Issumer Straße ansprechen. Möglichkeiten zur Entsorgung jeglichen Unrates sind ausreichend vorhanden.

Vernachlässigte Spielplätze – wie sehen Sie die Situation in Geldern?

Meines Erachtens haben wir in Geldern nicht das Problem, dass Spielplätze vernachlässigt werden, da die Mitarbeiter der Stadt dort viel Präsenz zeigen. Ich würde gerne Patenschaften einrichten, das heißt, die direkten Nachbarn und Benutzer weisen andere auf unsachgemäße Handlungen hin.

Naturrasen-Sportplätze sind überlastet: Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, eines der Spielfelder in Veert in einen Kunstrasenplatz umzubauen?

Kunstrasen ist die Zukunft. Der Anschaffungspreis ist im Vergleich zu einem Naturrasen zwar höher, aber es rentiert sich, da Kunstrasenplätze immer bespielbar sind und nicht so pflegeintensiv sind. Die Vereine entscheiden selber über eine Anschaffung eines Kunstrasenplatzes und sollten bereit sein, einen Eigenanteil zu leisten.

Die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und großen Teilen des Stadtrates ist zurzeit von großem Misstrauen geprägt. Wie wollen Sie das Vertrauen wieder herstellen?

Mir ist dieser Zustand bewusst. Ich möchte das Vertrauen durch glaubwürdiges Auftreten und Transparenz in der Verwaltung als auch im Rat gewinnen. Verbesserung der Kommunikation Verwaltung und Rat. Ich sehe mich als Vermittlerin zwischen Interessen der Bürger und dem Wohle der Stadt Geldern.

Zur Umsetzung der Inklusion an den Gelderner Schulen: Wie ist Ihre Haltung dazu? Und wann wird ein Zeitplan mit personellen, finanziellen, baulichen Maßnahmen erstellt?

Geldern sollte einen Inklusionsplan haben. Fakt ist, diesen gibt es nicht! Konkrete Maßnahmen (Einbau von Aufzügen) sind nicht vorgesehen. Ich persönlich bin für Inklusion. Man sollte die Lehrer pädagogisch begleiten, dies ist eine Aufgabe der Bezirksregierung, die vom Schulamt der Stadt Geldern eingefordert werden muss.

Wollen Sie ein Hausärztezentrum im alten Finanzamt oder eine Unterkunft für Asylsuchende?

Wir sind nicht Eigentümer, sondern die Landesbaugesellschaft NRW. Ich finde es besser, dass Ärzte in den Dörfern ihren Beruf ausüben. Herrn Jörg Grahls Befürchtungen eines zukünftigen Ärztemangels sehe ich nicht. Es ist unattraktiv, sich als Landarzt niederzulassen, die Abrechnung von Ärzten ist budgetiert.

 

Wie beurteilen Sie Gelderns finanzielle Situation, und wie wollen Sie dem Eigenkapitalverzehr, dem Schrumpfen der Rücklagen und dem Anstieg von Schulden entgegenwirken?

Ich befürchte, dass wir auf eine Haushaltssicherung zu steuern. Durch die Gründung von Eigenbetrieben wie Nierspark/Stadtmarketing/Kulturbüro wird Gelderns finanzielle Situation verschleiert, diese tauchen nicht im Haushalt auf. Wir können nicht wie bisher Leerstände aufkaufen. Wir sollten auf andere Art Einfluss nehmen.

Wollen Sie weiter die Ansiedlung eines Obi-Marktes an der Disco E-Dry verfolgen, oder gibt es andere Pläne?

Ich bin absolut gegen diese Pläne, weil es in näherer Umgebung schon zwei Baumärkte gibt. Die Ansiedlung eines weiteren Baumarktes führt dazu, dass einer der beiden Baumärkte auf der Strecke bleibt. Es liegt in der Verantwortung der Besitzer der E-Dry, aus dem Parkplatzareal ein vernünftiges Konzept zu erstellen.

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(rp)
 
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