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Geldern
Hartstraßen-Sanierung dauert elf Wochen

Geldern. Elf Wochen lang, zwischen der Straßenparty und dem Straßenmalerwettbewerb, soll die Fahrbahn der Hartstraße saniert werden. So sieht der Zeitplan der Stadtverwaltung aus. Voraussetzung ist allerdings, dass es rechtzeitig zu einer Entscheidung im selbstständigen Beweisverfahren vor dem Landgericht Kleve kommt. Von Michael Klatt

Eine Pfützenlandschaft

Dort liegt, wie mehrfach berichtet, die Stadt Geldern mit der Baufirma im Clinch, die 2005 den Umbau der Hartstraße vornahm. Es haben sich seitdem durch Absenkungen Rillen im Betonsteinpflaster gebildet, die aus der Fahrbahn nach Regen eine Pfützenlandschaft machen. Die Streitfrage lautet: Liegt das an der Schottertragschicht, die von der Stadt vor fünf Jahren als tragfähig genug befunden wurde? Oder hat die Firma ein zu weiches Bettungsmaterial auf diese Schicht aufgebracht?

Ein Gutachten von 2008, das die Position des Rathauses bestätigte, akzeptierte das Unternehmen nicht. Ein vom Landgericht eingeschalteter Experte kam laut Tiefbauamtsleiter Frank Hackstein zu ähnlichen Ergebnissen wie der erste Gutachter, kam allerdings zu anderen Messresultaten als die Stadt und befand die Tragschicht als zu dünn. Am 24. März soll die Tragschicht noch einmal untersucht werden.

Ob die Hartstraße nach der Sanierung so aussieht wie jetzt, ist offen. Laut Hackstein käme als Alternative zum Pflaster auch eine Teerdecke in Frage. "Die ist belastungsfähiger und standsicher", urteilt der Tiefbauamtsleiter. Und sollte eine Sanierung nötig sein, wäre die in zwei bis drei Tagen statt wie beim Pflaster erst nach Wochen erledigt. Bei den wenigen Zuhörern einer Anliegerversammlung am Freitagabend stieß dieser Vorschlag freilich auf wenig Gegenliebe. Optisch schlechter, verleitet zu schnellerem Fahren – so lauteten Argumente gegen die bituminöse Bauweise. Der Bau- und Planungsausschuss wird sich in seiner Sitzung am Mittwoch ab 18 Uhr mit den möglichen Deckschichten befassen. Pflasterbauweise inklusive Austausch der Schottertragschicht würde laut Stadt 50 000 Euro kosten, Pflaster mit Betontragschicht 104 000 Euro. Schwarzes Bitumen käme auf 72 000 Euro, eine farbige Ausführung (rot/braun) auf 113 000 Euro.

Die Sanierung soll, vom Marktbrunnen ausgehend, in zwei Abschnitten erfolgen. Die Stadtwerke würden die Gelegenheit nach Auskunft ihres technischen Leiters Claus van Vorst nutzen, die Asbestzement-Wasserleitung von 1961 zu erneuern.

Quelle: RP
 
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