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Straelen
"Hausmannskost" von Hausmann

Straelen. In der Bofrost-Halle servierte der Kulturring Straelen delikate "Hausmannskost" für die ganze Familie. In der ausverkauften Halle tummelten sich Jung und Alt, um Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers zu erleben. "Wie jeht et?" "Et jeht!", nennt er sein Programm, das Sprachwitz, Alltagsbeobachtung und Nostalgie beinhaltet. Von Liss Steeger

"Immer et selbe. Frach mich nich. Wenn ich jeh'n könnt', jing et." "Wenn et nich mer jeht, musse jeh'n, und zwar zum Arzt". Mit solchen Dialogen erkannten sich die Zuschauer von Beginn an und lachten aus vollem Herzen auch über sich selbst. Schwindelerregend wurde es, als der "Jong jing". Der gebürtige Alsdorfer erläuterte den Unterschied zwischen dem Gong, "der Jong" und dem Jungen, "der Jung": "Der Jong jing, nicht der Jung. Wenn der Jung jeht, jeht der Jong nich." Weisheiten aus dem Eheleben, aus der Nachbarschaft, auf Reisen, in der Schule und bei Festen sorgten für eine unglaubliche Stimmung. Mit Floskeln wie "Ich hau mich auf et Ohr" und "mir fällt die Decke auf en Kopf" zeigte er auf, wie unverständlich unsere Sprache sein kann: "Wenn in der Diele ein Läufer liegt, ist das in Hannover ein Sportunfall." Jürgen B. Hausmann gelang es, die Komik des Alltags einzufangen, damit das amüsierte Publikum den Alltag vergessen konnte. Mit Aussagen wie "Das Hobby der Frauen ist Shoppen, wir Männer finden Frühschoppen besser", verteilte er die Pointen gleichmäßig auf beide Geschlechter. Er verwandelte seine Anekdoten in treffsichere Geschichten oder verpackte sie in herrliche Gesangsnummern, bei denen ihn sein langjähriger musikalischer Partner Harald Claßen unterstützte: "Warten, Männer müssen warten" oder "Morjenstund' hat Jold im Mund".

Gnadenlos verhohnepipelte Hausmann die "Mehrzähler" und sprach von "Katalöge", "Cöuche", "Diktäte", "Idöle" oder "Schicksäler". Damit keine Wörter verloren gehen, erinnerte er an Plumeau oder Salzteigschilder, von denen so mancher noch eins im Keller liegen hat. Mit einem sehr aufwendig gestalteten Bühnenbild schwelgte er in Erinnerungen an die gute alte Zeit, als man es sich in der Küche auf der Eckbank "jemütlich" machte oder sonntags mit vier Männern durch ne brennende Landkarte ritt. Dabei saß Hausmann auf einem Bonanza-Rad. "Der heutige Laptop war früher die Schiefertafel und die Maus der Griffel. Und anstelle der 'delete-Taste' haben wir dat Schwämmsche in et Wasserpötsche downgeloadet." Nach weiteren Zugaben belohnte das Publikum dieses Ausnahmetalent mit viel Applaus.

Quelle: RP
 
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