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Issum
Heike Wirtz macht kleine Objekte episch

Issum: Heike Wirtz macht kleine Objekte episch
Künstlerin Heike Wirtz bei der Ausstellungseröffnung im Weißen Häuschen. FOTO: Gerhard Seybert
Issum. Bilder der Künstlerin werden im Weißen Häuschen gezeigt. Die Ausstellung in Issum dauert noch bis zum 2. Juli. Von Christoph Kellerbach

"Es sind die kleinen, oft unscheinbaren Begegnungen des Alltags, die mich faszinieren und dazu einladen, sie genauer zu betrachten", erklärte Künstlerin Heike Wirtz bei ihrer Ausstellungseröffnung im weißen Häuschen. "In den Arbeiten hier habe ich mich ganz besonders von den einfachen, alltäglichen Dingen des Lebens inspirieren lassen. Meine Motive zeigen Gegenstände oder Details, die jedem von uns tagtäglich begegnen, deren Schönheit wir aber in der Hektik des Alltags oft einfach übersehen. Ein Apfel auf dem Tisch, eine Tasse neben der Spüle, oder eine blühende Orchidee auf der Fensterbank." Bei der Vernissage spielte auch das "Fine Tune"-Duo aus Issum. Deren keltische Balladen passten exzellent zu den schwelgenden Bildern von Heike Wirtz.

Es ist faszinierend, einmal Wirtz' Perspektive auf die normalen Dinge zu erleben. Oft mit wenig bis kaum Hintergrunddetails versehen, liegt der Fokus zielgerichtet auf eben jenen bereits beschriebenen alltäglichen Gegenständen. Doch durch den eigenen Stil der Künstlerin wirken Blumen, Becher oder andere kleine Objekte regelrecht episch, voller Bedeutung und faszinierender Stärke. So sieht eine Feder zum Beispiel aus, als würde sie gerade aus dem unendlichen Raum hinein in den Blick des Betrachters ragen. Verschiedene Farbsprengsel über den jeweiligen Gegenständen, oft in einer dunkleren Variante der Hintergrundfarbe, sorgen für eine zusätzlich unwirkliche, mysteriöse Note.

All dies kommt am Ende bei denen mit einer Mischtechnik angefertigten Acryl-Werken zu einem prägnanten Ganzen zusammen, das der Besonderheit des Alltäglichen huldigt. Zwischen den verschiedenen Werken dieser Art, die manches Mal aus einem oder zwei Bildern zusammengesetzt sind, finden sich auch noch eine Handvoll "Auflösungen". Jene Arbeiten wirken wie alternative Betrachtungswinkel auf die alltäglichen Objekte. Anstatt diese episch zu zelebrieren und in den Vordergrund zu rücken, scheinen sie mit dem Hintergrund zu verschmelzen. Wie ein Gedanke, den man nicht ganz zu packen kriegt. In grau-violetten oder auch rot-orangen Farbkontrasten stellen sie einen wunderbaren Kontrast zu den eher natürlich gefärbten anderen Werken dar.

Über ihre Technik verriet Heike Wirtz: "Ich arbeite mit Acrylfarben, Tuschen, Spachtelmassen, Wachs und Kreide, wobei das Schichten von Farben ein wichtiger Teil meines Vorgehens ist. Farben werden übereinander gemalt, bearbeitet und untere Schichten dabei wieder freigelegt. So entstehen immer neue Farbklänge und lebendige Strukturen."

30 Arbeiten der inspirierenden Malerin können nun bis zum 2. Juli im Weißen Häuschen in Issum erlebt werden. Mehr Informationen unter www.weisses-haeuschen.de und www.heike-wirtz.de.

Quelle: RP
 
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