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Straelen
Heim für junge Flüchtlinge: Führungskräfte gehen

Straelen. Im Heim für männliche jugendliche Flüchtlinge in Herongen gibt es nach Ausschreitungen der Bewohner personelle Veränderungen. Der bisherige Co-Leiter Daniel Peetz übernimmt die Einrichtungsleitung vollständig. Die schon vor ihm eingesetzte Leiterin sowie eine Erziehungsleiterin befänden sich nicht mehr im Unternehmen, so Peetz. Der jüngste aufsehenerregende Vorfall sei für diesen Schritt "nicht der ausschlaggebende Punkt" gewesen, er könne aber dazu beigetragen haben.

Anfang des Monats hatten in der Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes am Nordkanal, einem ehemaligen Schullandheim, acht afghanische Jugendliche randaliert. Die Mitarbeiter konnten sie nicht beruhigen, die Polizei musste einschreiten und alle acht festnehmen. Sie wurden danach auf andere Einrichtungen verteilt. Ausgelöst worden war die Situation wohl durch den Streit mit einem Betreuer.

Nach RP-Informationen hatte es zuvor schon länger schwelende Unzufriedenheit unter den jungen Bewohnern gegeben. Klagen betrafen eine angeblich ruppige und respektlose Behandlung durch einzelne Verantwortliche. Nachdem diese Vorwürfe erst aus dem Kreis der Jugendlichen nach außen drangen, wurden sie nach den Ausschreitungen erneut kolportiert - diesmal sollten sie aus der Mitarbeiterschaft stammen. Es heißt, die Bewohner hätten sich über die Einrichtungsleiterin beschweren wollen, das sei unterbunden worden.

Daniel Peetz wollte die Vorwürfe nicht mehr vertiefend erörtern. "Was gewesen ist, ist Vergangenheit. Wir schauen nach vorn", sagte er. "Es ist jetzt meine Aufgabe, die Einrichtung konzeptionell neu aufzustellen." Ein Schwerpunkt dabei werde "das Miteinander" sein. "Auch unser internes Beschwerdemanagement steht auf dem Prüfstand", so Peetz. Fachlich wolle man in Zukunft verstärkt darauf hinarbeiten, die jungen Männer zwischen 15 und 18 Jahren in Kontakt mit der Berufswelt zu bringen, ihnen in Praktika zu helfen und Unternehmen ins Boot zu holen.

(szf)
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