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Straelen
Heim für junge männliche Flüchtlinge

Straelen: Heim für junge männliche Flüchtlinge
Das DRK richtet in Herongen ein Jugendhaus ein. Ben Hamida (Sozialbetreuer, stehend von rechts), Fabienne Teichner (Leitung Sozialer Dienst) und Daniel Peetz (Betreuungsdienstleiter) begleiten das Projekt. FOTO: Marwen
Straelen. Das DRK plant, aus der Unterkunft am Nordkanal ein großes Domizil für unbegleitete minderjährige Jugendliche aus Krisengebieten zu machen. Die Bewohner halten sich in dem Haus dann zum Teil jahrelang auf. Umbau läuft schon. Von Johanna Sieben

Das Krefelder Schullandheim in Herongen wird momentan als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge genutzt. Nun plant das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eine neue Nutzung. Das Gebäude am Nordkanal soll als Jugendeinrichtung für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) dienen. Besonders 16- bis 18 Jahre junge Männer sollen dort einen Platz finden.

Ein Wandel in den Unterbringungsgepflogenheiten bringt die Gelegenheit mit sich, das Haus in Herongen anders zu belegen. "Für die Bezirksregierung in Düsseldorf sind kleinere Einrichtungen wie unsere zu teuer", erklärt Daniel Peetz, der Betreuungsdienstleiter in der ZUE Herongen ist. Das DRK beurteilt das Gebäude als prädestiniert für Gruppen. Deshalb soll es auch nicht aufgegeben werden, wenn es Ende März seine Funktion als ZUE verliert. Das DRK hat beim Landesjugendamt den Antrag gestellt, das Haus als DRK-Jugendeinrichtung für UMA weiterzuführen. Start soll nach derzeitiger Planung am 1. April sein.

Dann wird sich einiges ändern. Zunächst in baulicher Hinsicht. Derzeit hat das Schullandheim für 150 Flüchtlinge Platz. Für die neue Nutzung ist ein Umbau nötig, nach dem noch 50 Plätze zur Verfügung stehen. Peetz: "Damit wären wir nach einer Einrichtung in Düsseldorf die größte Jugendeinrichtung für UMA in NRW." Da sich die Aufenthaltsdauer von etwa zwei Wochen in der ZUE auf mehrere Monate und sogar Jahre in der UMA erhöht, werden die Räume entsprechend umgestaltet. Aus Speisesälen und Großräumen sollen unter anderem Ein- und Zweibettzimmer entstehen, damit die Jugendlichen ausreichend Privatsphäre haben und sich wohlfühlen. Die jetzige "Turnhalle" wird unterteilt in einen Multifunktionsraum und einen Werkraum. Die Umbaumaßnahmen sind angelaufen, über die Kosten machte Peetz keine Angaben.

Rund 35 Kräfte vom DRK und der Stadt Krefeld arbeiten derzeit in der ZUE. Das Team soll verstärkt werden. Vor allem pädagogische Fachkräfte werden gesucht (Kontakt Telefon 02839 915718, E-Mail daniel.peetz@drk-westfalen.de). Den jugendlichen Flüchtlingen, die voraussichtlich vorwiegend aus Syrien, dem Irak und Afghanistan kommen, sollen Bildungsperspektiven geboten werden. Auf der Basis von Sprachausbildung will man sie laut Peetz an Berufe heranführen.

Bei der Integration setzt das Team der Einrichtung auch auf Zusammenarbeit mit externen Kräften. "Seit dem vergangenen Herbst haben wir Kontakt mit dem ökumenischen Arbeitskreis Straelen", berichtet Peetz. Der soll intensiver werden. Mit Blau-Weiß Herongen besteht eine Kooperation, was die Freizeitgestaltung angeht. Eingebunden werden sollen auch Unternehmen aus der Region, zum Beispiel für Schnuppertage und Praktika.

Der Bedarf an einer solchen Unterkunft ist auf jeden Fall gegeben. "Das Land hat eine Riesenquote zu erfüllen", betont Peetz. Insgesamt 12.526 UMA-Plätze gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen derzeit. Das Soll liegt aber bei 14.436 Plätzen. Deshalb seien auch Land- und Kreisjugendamt interessiert daran, die Einrichtung am Nordkanal zu erhalten.

Quelle: RP
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