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Kerken
"Heimat Shoppen" soll Handel stärken

Kerken: "Heimat Shoppen" soll Handel stärken
"Heimat-Shoppen" heißt es am 11. und 12. September in vielen Kommunen am Niederrhein. FOTO: Klaus Stade
Kerken. 29 Kommunen beteiligen sich in den Kreisen Kleve und Wesel und in Duisburg an den Aktionstagen am 11. und 12. September. In Kleve gibt es Aktionen an der Neuen Mitte und auf der Hagschen Straße sowie den Handwerkertag. Von Matthias Grass

Noch sprechen die Zahlen für den niedergelassenen Handel: Laut einer Studie informieren sich 70 Prozent der Kunden "online", um letzten Endes doch "offline" zu kaufen. "Die Menschen wollen das Einkaufserlebnis haben - sie möchten anfassen, sie möchten das Gespräch", sagt Ute Schulze-Heiming, Geschäftsführerin des Klever Stadtmarketings und zitiert besagte Studie. Deshalb wolle man in der Stadt ein Einkaufserlebnis schaffen, das mehr bietet, als nur eine Ware zu erwerben, mehr bietet, als eben jener Klick im Internet. "Heimat Shoppen" heißt die Devise, mit der die Klever Händler und das Stadtmarketing in die Offensive gehen wollen. Erstmals am Freitag und Samstag, 11. und 12. September, sollen die Einkauftage unter diesem Motto stehen. Dazu werden Taschen gedruckt und Flyer herausgegeben.

Mit der Aktion steht Schulze-Heiming nicht alleine: Die niederrheinische Industrie- und Hanselkammer hat sich das "Heimat Shoppen" groß auf die Fahne geschrieben. "Die zwei größten Herausforderungen, denen sich der stationäre Handel momentan gegenübersieht, sind der fortschreitende demografische Wandel und die zunehmende Digitalisierung", sagt Jan Kaiser, Regionalreferent beim Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. Mit "Heimat shoppen" habe der regionale, stationäre Einzelhandel die Chance, dem Kunden und den Menschen den gesellschaftlichen Wert und den Nutzen für die eigene Lebensqualität in der eigenen Region deutlich zu machen. In 29 Kommunen beteiligen sich in den Kreisen Kleve und Wesel und in Duisburg 51 Werbegemeinschaften an dem Projekt. Die IHK sieht die Aktion vor allem als Image-Kampagne für den Handel: "Wer denkt, durch den Aktionstag hat man am Ende des Tages mehr Geld in der Kasse, der irrt. Wir wollen das Image des Handels aufpolieren. Für den Kunden sind die Leistungen des Handels und der weiteren Akteure vor Ort selbstverständlich geworden, und daher werden sie kaum noch wahrgenommen. Das wollen wir ändern", sagt Andree Haack, Geschäftsführer Existenzgründung und Unternehmensförderung bei der IHK Mittlerer Niederrhein.

Was der Einzelhandel bieten kann, wollen Stadtmarketing und Klever City-Netzwerk (KCN) an den Tagen in Kleve demonstrieren. Und das nicht nur mit den Aufdrucken auf den Einkaufstaschen und Flyern. "Wir wollen zeigen, dass die Beratung in den Klever Geschäften gut ist. Dass der Service gut ist. Dass so der Einkauf in der City zum Erlebnis wird und mehr ist, als nur ein neues T-Shirt zu kaufen", sagt Ute Schulze-Heiming.

In Kleve organisiere die Kavarinerstraße zeitgleich den Handwerkermarkt, auf der Großen Straße sollen Aktionen stattfinden, und auch die Neue Mitte hat Aktionen vorbereitet. "Wir werden auch an die Kleinen denken. Wir wollen die Lust wecken, vor Ort in der Heimatstadt zu kaufen", sagt Schulze-Heiming. Letztlich schaffe der Handel eine lebendige Innenstadt, biete viele Arbeitsplätze.

Vorausschauend soll der Handel unterstützt werden. "Jeder sollte als Händler online zumindest sichtbar sein - die Menschen informieren sich eben zunehmend im Netz", erklärt die Stadtmarketing-Chefin. Es sollen "Service- und Nett-sein-Schulungen" (so Schulze-Heiming) ebenso angeboten werden wie Sprachschulungen.

Quelle: RP
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