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Geldern
Hellmann kritisiert Stadt - Kaiser will Wochenmarkt für Veert

Geldern. In die Kontroverse um die Supermarkt-Pläne für Veert schalten sich die unabhängige Bürgermeisterkandidatin Hanneke Hellmann und der CDU-Kandidat Sven Kaiser ein. Immerhin sind selbst beide Veerter Bürger.

Hanneke Hellmann führt einen Vorschlag ins Feld. "Gegenüber Baumarkt Vos wird ein Grundstück, 2900 Quadratmeter, frei. Groß genug für einen Vollsortimenter, und Parkplätze sind auf dem Parkplatz beim Baumarkt Vos und am Van-der-Velden-Weg vorhanden oder können ausgebaut werden."

Sven Kaiser hingegen fände den Standort in Ortskern-Nähe für einen Supermarkt durchaus gut. Und die meisten Veerter hätten gerne einen Vollversorger im Ort, er würde sich also dafür einsetzen. Nur sei es fraglich, ob so ein Unterfangen in Veert wirtschaftlich möglich wäre und sich ein Betreiber dafür finde.

Jörg Grahl, Bürgermeisterkandidat für SPD, Linke, Grüne und Piraten, wünscht sich kleinteiligen Einzelhandel für Veert: Metzger, Gemüsehändler, Getränkemarkt.

"Ist das nicht Sozialromantik?", hält Kaiser dagegen. Die kleinen Läden würden nicht kommen, "der Gemüseladen in Veert hat nicht ohne Grund zugemacht". Aber was die Veerter eigentlich wollten, sei eine "frische" Versorgung. Seine Idee: Man könnte im Dorf einen kleinen Wochenmarkt installieren. Dafür Marktbeschicker zu gewinnen, "das muss man als Stadt fördern", regt er an - zum Beispiel, indem auf Standgebühren verzichtet würde oder ähnliches. Das könne zugleich das Dorfleben beflügeln: "Da wird miteinander geredet", ein Ort für Kommunikation würde geschaffen.

Wenn, wie derzeit, das Einkaufen und die Treffpunkte aus den Ortschaften verschwänden, verödeten diese. Ein Kritikpunkt, den Hanneke Hellmann teilt. Sie macht daran allgemeine Kritik an Gelderns Politik und Verwaltung fest. "Durch das Bauvorhaben am Ostwall, wo auch ein Vollsortimenter und ein Discounter gebaut werden sollen, wird das Interesse der Geschäftsleitung von Edeka / Rewe an der Ansiedlung von kleineren Geschäften in den Dörfern Veert, Hartefeld, Pont und so weiter nicht groß sein", legt sie dar. "Das führt dazu, dass die Dörfer nur zu Schlafstätten werden, das ist meines Erachtens eine falsche Politik. Als Folge davon schließen die Nebenstellen der Banken und Treffpunkte für die Bürger." Sie selbst stehe für eine Stadtplanung "unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte für Geldern".

(szf)
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