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Straelen
"Holter Dreieck" kann jetzt starten

Straelen. Der Straelener Rat fasste den Satzungsbeschluss für das Baugebiet. Im Ausschuss eine Woche zuvor war es bei der Abstimmung noch zu einem Patt gekommen. Auf der Fläche in der Ortschaft ist Platz für rund 50 neue Wohnungen. Von Michael Klatt

Für Baudezernent Harald Purath ist es so etwas wie eine "unendliche Geschichte". Zumindest über ein Jahrzehnt erstrecken sich die Vorgänge rund um das "Holter Dreieck". Jetzt sieht es so aus, als sollte die Bebauung in der Ortschaft starten. Der Stadtrat fasste in seiner jüngsten Sitzung den entsprechenden Satzungsbeschluss. 17 Mitglieder, die der CDU, sprachen sich dafür aus, 14 dagegen. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Umwelt eine Woche zuvor hatte es keine diesbezügliche Empfehlung gegeben. Es kam zu einem Patt.

Ein, so Purath, "langes Hin und Her" ist mit der Ratsentscheidung beendet. Im Frühjahr 2006 waren Planungen für das "Holter Dreieck" erstmals öffentlich geworden. Das Areal zwischen Schulweg, Arcener und Maasstraße sollte dabei helfen, die Infrastruktur und die Lebensqualität der Bewohner von Auwel-Holt zu sichern. Der Platz dort sollte gefüllt werden mit rund 55 Wohnungen auf Grundstücken zwischen 500 und 700 Quadratmetern Größe.

Im März 2010 verkündete die Eigentümergemeinschaft, Ende des Jahres mit den Bauarbeiten beginnen zu wollen. Das führte zu Irritationen bei CDU und FDP. Aus Sicht der Christdemokraten waren noch offene Fragen zu klären. Dazu gehörte ein Vertrag mit klaren Aussagen über die Kosten, die Folgekosten und die Übertragung zwischen Eigentümergemeinschaft und Stadt. Die FDP wies darauf hin, dass die politischen Gremien noch keine Entscheidung für oder gegen das Baugebiet getroffen hätten. Seitdem herrschte Stillstand. Die Eigentümergemeinschaft berief sich Anfang 2012 auf eine Zusage des vorherigen Bürgermeister Johannes Giesen, wonach die Auwel-Holter die Kosten für die Erschließungsstraße zu tragen hätten, die Stadt danach unter anderem für die Beleuchtung. Doch nach der Kommunalwahl 2009 galt unter dem neuen Rat das Prinzip "Kostenneutralität" für die Stadt mit der Folge von mehr Kosten für die fünfköpfige Eigentümergemeinschaft.

Eine kontroverse Debatte gab es in der Ratssitzung, in der Hans-Hermann Terkatz (GO/Grüne) geheime Abstimmung beantragte, was auch vom Rat befürwortet wurde. Die Grünen übten, ebenso wie die FDP, Kritik am Verfahren. "Wir sind für eine Bebauung", betonte Grünen-Sprecher Stefan Kemmerling. "Doch sie muss auf eine städtebaulich sinnvolle und verträgliche Weise erfolgen." Michael Traurig (Bürger für Straelen) führte aus, es gebe kein städtisches Interesse an dieser Bebauung im "Holter Dreieck", sondern es sei eine rein private Angelegenheit. Das Vorhaben wirke dem städtischen Anliegen entgegen. Das wäre anders, wenn die Stadt partizipieren würde.

CDU-Fraktionsvorsitzende Britta Miltner hielt dagegen, das Leitbild "Innen- vor Außenentwicklung" widerspreche der Argumentation der Gegner vom "Holter Dreieck". Es gehe darum, neue Wohngebiete für Straelener und in Auwel-Holt Möglichkeiten für junge Familien zu schaffen. Die Individualität der Ortsteile sei eine Bereicherung für die Stadt. Die CDU setzte sich schließlich mit ihrer Mehrheit durch, der Satzungsbeschluss für das "Holter Dreieck" wurde getroffen.

Baudezernent Purath teilte auf Anfrage Kemmerlings mit, dass die Erschließung des Baugebiets von der Arcener Straße aus mehr zum Schulweg hin erfolge. Lärmschutzmaßnahmen seien nicht vorgeschrieben. Es sei nicht auszuschließen, dass es zu Konflikten zwischen dem Ruhebedürfnis der künftigen Bewohner und Veranstaltungen im benachbarten Gastronomiebetrieb, dem "Paradies", kommen könnte.

Quelle: RP
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