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Geldern
HSRW: Nano-Partikel helfen bei Krebs

Geldern: HSRW: Nano-Partikel helfen bei Krebs
Die Forschergruppe bei einem gemeinsamen Austausch auf dem Campus Kleve der Hochschule Rhein-Waal. FOTO: Hochschule Rhein-Waal
Geldern. Start des multidisziplinären Forschungsprojekts "Minerva" mit russischen, französischen und deutschen Forschern. Hochschule Rhein-Waal entwickelt die Nano-Partikel. Förderung vom Bundesministerium für Forschung. Von Matthias Grass

Kleve Hoch über der Stadt thront die weiße Göttin in Harnisch, mit Schild und Speer auf dem Belvedere-Turm und schaut gen Campus Kleve. Die Göttin darf sich freuen: Ein neues Forschungsprojekt der Hochschule Rhein-Waal trägt ihren Namen: "Minerva". Minerva soll helfen, Brustkrebs künftig besser behandeln zu können. Deutsche, russische und französische Wissenschaftler arbeiten in dem internationalen und multidisziplinären Projekt zusammen, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Es sind Wissenschaftler der Hochschule Rhein-Waal, des Shemyakin and Ovchinnikov Institute of Bioorganic Chemistry Moskau in Russland und der Universität François Rabelais Tours in Frankreich, die neue biomedizinische Materialien entwickeln werden, die zur Diagnose und Behandlung von Brustkrebs beitragen können.

"Durch unsere Entwicklungen möchten wir den betroffenen Patientinnen neue Lebensqualität ermöglichen. So soll es möglich sein, dass im Falle eines Brustkrebsleidens nicht mehr die Brust abgenommen werden muss. Mit einer entwickelten Farberkennung soll es dem behandelnden Chirurgen möglich sein, das kranke Gewebe durch eine Farbkodierung besser zu identifizieren", sagt Prof. Dr. Amir Fahmi, Materialwissenschaftler an der Fakultät Technologie und Bionik der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. Der Chirurg müsse dann nur das krankhafte Gewebe entfernen, erklärt Fahmi.

Denn anders als bei der Behandlung durch eine konventionelle Chemotherapie, bei der auch gesundes Gewebe beschädigt oder entfernt wird, sollen die neu entwickelten Nanomaterialien die aktiven Substanzen selektiv in die Krebszellen befördern und durch Änderung der Gewebefarbe kenntlich machen. "Ein Hauptziel ist, dass die chemische oder radiologische Behandlung nicht mehr erforderlich ist oder reduziert werden kann", so der Wissenschaftler. "Die entwickelten Nano-Partikel werden sehr selektiv zu den Krebszellen geleitet. Die Behandlung erfolgt durch magnetische Felder und spezifische Lichtwellen, dabei werden die bösartigen Zellen zerstört", sagt Amir Fahmi.

In dem 24-monatigen Projekt werden neue Strukturen zum Aufbau definierter Hybrid-Nanoobjekte kombiniert und getestet. Hybrid-Nanoobjekte sind kleinste Verbindungen in der Größe eines ein Millionstel Millimeters, die aus zwei verschiedenen Sorten definierter Strukturen bestehen: organischen Strukturen aus Kohlenstoff und Sauerstoff und anorganischen Strukturen aus Gold oder Metalloxiden. Die Eigenschaften der Oberfläche der Hybrid-Nanoobjekte würden ebenfalls untersucht und seien ein wichtiger Aspekt für die weitere Verwendung, erklärt Fahmi das Projekt.

Das Konsortium der französischen, russischen und deutschen Hochschulen trifft sich dafür regelmäßig persönlich und es findet monatlich ein Austausch durch Videokonferenzen statt.

"An der Hochschule Rhein-Waal werden die Nano-Partikel im Labor hergestellt, in Frankreich werden die optischen Eigenschaften und in Russland die biologischen Eigenschaften untersucht", erklärt Fahmi die Aufgabenteilung zwischen den Hochschulen.

Ein Doktorand arbeitet die ersten 20 Monate seiner Doktorarbeit an der Hochschule Rhein-Waal in den Laboren auf dem Campus Kleve und anschließend an der Universität Tours, Frankreich.

Neben Prof. Fahmi und seinen Wissenschaftlern der Hochschule Rhein-Waal arbeiten Prof. Dr. Alexey Feofanov, Dr. Ksenia Kudryashova und Anastasia Ignatova vom Shemyakin and Ovchinnikov Institute of Bioorganic Chemistry aus Moskau sowie Prof. Igor Chourpa, Dr. Emilie Allard-Vannier, Dr. Franck Bonnier und Dr. Katel Hervé-Aubert von der Universität François Rabelais Tours aus Frankreich am Projekt mit.

"Das Konsortium der Forschungsgruppe ist renommiert und international anerkannt", sagt Hochschulsprecherin Christin Hasken erfreut über die Reputation des vom Bundesministerium geförderten Projektes Minerva.

Quelle: RP
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