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Geldern
Idee für Lärmschutzwall an "B 58 n"

Geldern: Idee für Lärmschutzwall an "B 58 n"
FOTO: Stadt Geldern/dpa
Geldern. Neuer Ansatz für die "Stadtkerntangente" am Seehotel vorbei: die Verlegung der Straße und der Bau eines Lärmschutzwalls zwischen Clemensstraße und Niers. Für die Siedlung am Buchenweg hätte das viele Vorteile. Von Sina Zehrfeld

Die Idee wurde im Rathaus ausbaldowert: Auf der heutigen Trasse der Königsberger Straße zwischen der Kreuzung mit der Clemensstraße und der Niers könnte man einen etwa 400 Meter langen Lärmschutzwall aufschütten. Die Straße würde dann nördlich entlang des Walls neu gebaut. Damit wäre die Siedlung am Buchenweg gut vom Verkehrslärm abgeschirmt.

Die Anlieger der "Stadtkerntangente" an Königsberger, Danziger und Kapellener Straße klagen wie berichtet über den zunehmenden Verkehrslärm. Und der wird noch schlimmer, wenn - wie von Politik und Verwaltung angestrebt - die Strecke zur "B 58 n" wird und der Großteil des Verkehrs von der heutigen B 58 auf die Umgehungsroute umgelenkt wird.

Fest eingeplant ist derzeit lediglich, die Königsberger und Danziger Straße kurzfristig mit Flüsterasphalt auszustatten. Es werde aber noch untersucht, ob die Siedlung im Bereich des Buchenwegs Anspruch auf eine Lärmschutzwand hätte, führt die Stadtverwaltung aus. Falls ja, dann könne die Umverlegung der Königsberger Straße die bessere Lösung sein.

Die Politik wird nicht gedrängt, sie hat Zeit für die Entscheidung, betonen Bürgermeister Ulrich Janssen (Bild) und die Beigeordnete Petra Berges. FOTO: Archiv

Für die Anwohner im Bereich des Buchenwegs hätte das viele Vorteile. Die Straße würde ein ganzes Stück von ihren Grundstücken weggerückt. Sie bekämen effektiven Schallschutz. Und sie würden auf einen grünen Wall blicken, nicht auf die Straße oder eine triste Lärmschutzwand.

Die Kosten für das Projekt seien derzeit schwierig einzuschätzen, erklärt Frank Hackstein von der Stadtverwaltung: "Unter einer Million auf jeden Fall", bleibt er vage. Allerdings müsse die Stadt ja nicht unbedingt darauf sitzen bleiben, sagt er: Man spreche mit dem Bund über Fördermöglichkeiten.

Zum Vergleich: Für die bislang fest eingeplante Sanierung mit Flüsterasphalt werden für den gesamten Straßenabschnitt von der Kapellener bis zur Clemensstraße 525 000 Euro veranschlagt. Dank Landesförderung müsste die Stadt davon nur 210 000 Euro zahlen.

Den Anwohnern, die direkt davon profitieren würden, habe man die Idee für den Lärmschutzwall bereits vorgestellt, sagt Bürgermeister Ulrich Janssen: "Die waren schon sehr positiv gestimmt."

Weniger ermutigend dürfte das Ganze wohl auf die ebenso vom Lärm gebeutelten Anlieger der Kapellener Straße wirken. Denn sie hätten von dem neuen Wall überhaupt nichts. Bislang kämpfen sie mit ihren Leidensgenossen von der Buchenweg-Siedlung gemeinsam gegen die Umlegung der Bundesstraße 58 auf die Stadtkerntangente. Sollte der Großteil ihrer Mitstreiter aber mit einem Lärmschutzwall "befriedet" werden, würde der Widerstand sehr einschrumpfen.

Bürgermeister Janssen will beruhigen. Die Anwohner der Kapellener Straße würden, "was den Lärm angeht, genau so versorgt wie die anderen auch", verspricht er. Nur werde es dort länger dauern, bis man eine Lösung gefunden habe.

Die Politik muss sich jetzt kurzfristig mit dem Konzept für Lärmschutzwall und Straßenverlegung befassen. In einer Sondersitzung des Bau- und Planungsausschusses am Dienstag wird die Frage beraten, ob man die angedachte Sanierung mit Flüsterasphalt auf dem fraglichen Abschnitt erst mal zurückstellt, um die Schutzwall-Pläne weiter zu verfolgen. Dafür könnte dann die Sanierung auf dem Abschnitt zwischen Clemensstraße und Boeckelter Weg vorgezogen werden.

"Wir zwingen den Rat nicht, schnell grundlegende Entscheidungen zu treffen", betont Ulrich Janssen. Es gehe nur darum, Zeit zu gewinnen, um sich für oder gegen den Wall zu entscheiden. So bekräftigt auch die Erste Beigeordnete Petra Berges: "Wenn es solche Möglichkeiten gibt, wäre es sträflich, wenn wir nicht innehalten und sie der Politik das vorstellen würden."

Anstoß zu den Überlegungen gaben übrigens Pläne für die Erweiterung des Parkplatzes nahe gelegenen St.-Clemens-Hospital. Um die Siedlung am Buchenweg vor neuem Parkplatz-Lärm zu schützen - rangierenden Autos, Türenknallen - sollte ebenfalls ein Erdwall an der Königsberger Straße errichtet werden, nur auf der "falschen" Straßenseite. Mit der geänderten Straßenführung wäre das überflüssig.

Die Sondersitzung des Bau- und Planungsausschusses ist öffentlich. Sie beginnt am kommenden Dienstag, 11. August, um 18 Uhr im Bürgerforum, Issumer Tor 36.

Quelle: RP
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