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Geldern
Ideen für Siedlung auf dem E-Dry-Areal

Geldern. Bis zu 300 barrierefreie Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, eine kleine Einfamilienhaussiedlung, Gastronomie, Veranstaltungsgelände: Ein neuer Vorstoß für das Grundstück der Groß-Discothek ist in der Welt. Von Sina Zehrfeld

In der Diskothek E-Dry wird gefeiert. Wochenende für Wochenende. Aber der Betrieb ist bekanntlich keine Goldgrube, und immer wieder werden Pläne für das Gelände vorgestellt. Von einem Standort für ein Hotel war mehrfach die Rede. Ende vergangenen Jahres gab es einen Vorstoß für eine große Anlage mit Flüchtlingsunterkünften - auch diese Idee präsentierte seinerzeit der Gelderner Architekt Erwin Wilmes der Politik. Jetzt stellt er neue Pläne vor für eine Wohnsiedlung mit Tiefgaragen, Ein- und Mehrfamilienhäusern, Freizeit- und Gastronomie-Einrichtungen.

"Ich mache das nur im Interesse unserer Bürger", betont er selbst: Es gebe einen Riesenbedarf an barrierefreien, günstigen Wohnungen. Und man wolle das Areal gut genutzt wissen.

Seine Idee umfasst zunächst eine Siedlung aus barrierefreien Mehrfamilienhäusern: zwischen 250 und 300 Wohnungen in großen, dreigeschossigen Bauten, jeweils mit ausgebauten Dachgeschossen. Dazwischen sollen Tiefgaragen liegen, die allerdings oberhalb des Grundwasserspiegels angelegt werden sollten. Auf ihren Dächern wiederum könne man flache Wasserflächen schaffen.

Südlich davon und westlich des heutigen E-Dry-Baus stellt Wilmes sich eine Siedlung mit 33 Ein- oder Zweifamilienhäusern vor, dazu mit einem Kindergarten ganz im Westen. Das E-Dry-Gebäude soll nach Wilmes' Vorschlag erhalten bleiben. Darin könne man einen Saal für Veranstaltungen einrichten, Gastronomie, eine medizinische Anlaufstelle, ein Kiosk und dergleichen.

Ein Standort direkt auf der Ecke der heutigen Kreuzung, heute Parkplatzgelände, wäre günstig für die Ansiedlung eines Schnellrestaurants. Die viel frequentierte E-Dry-Kreuzung will er durch einen Kreisverkehr ersetzt sehen. Eine Anregung, die im Zuge der Diskussion auch in der Politik laut geworden ist.

Für all das müssten natürlich Investoren auf den Plan treten. Aber Wilmes versichert, dass diese in den Startlöchern stehen. "Wir haben mehrere Investoren, die sofort kaufen würden und loslegen wollen", sagt er. Der Bau von seniorengerechten Wohnungen werde als lohnend erkannt: "Der Bedarf ist da."

Der Gelderner Stadtverwaltung schwebte eigentlich ein Gewerbegebiet für die Zukunft des E-Dry-Geländes vor. Die Politik hat eine Festlegung darauf aber abgelehnt: Die Parteien wollten auch eine Wohnsiedlung planungsrechtlich ermöglichen. So erklärt die Stadt nun, der Standort sei für die "Entwicklung eines zentrumsnahen Wohnquartiers durchaus attraktiv".

Die Stadt spielt zudem mit der Idee, das Land selbst zu kaufen, um es später in Eigenregie an Investoren zu veräußern. So könnten Politik und Verwaltung am besten steuern, was aus dem Bereich wird.

Fraglich ist, ob sie mit den derzeitigen Eigentümern handelseinig werden. Hauptknackpunkt dürfte der Preis sein, und dabei kommt es durchaus darauf an, ob Wohnbebauung oder Gewerbe geplant sind.

Architekt Wilmes warnt eindringlich vor der Ansiedlung von Unternehmen. Der Wind komme in Geldern hauptsächlich von Südwest. Sämtliche Emissionen würden somit in die Gelderner Wohngebiete getragen, "von jeglicher Art von Gewerbe, das da entsteht, ob da Lkw stehen oder abgeladen werden, Lärm und Abgase".

Quelle: RP
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