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Geldern
Im Disco-Flash

Parookaville: Sprungbrett für Nachwuchs-DJs aus Geldern
Geldern. Wie der Parookaville-Hype den Nachwuchs-DJs hilft und ein Sprungbrett für diese ganz speziellen Künstler wird. Von Thomas Binn (Text und Fotos)

Für Dominik Maas und Julian Binn startet der Arbeitstag am Samstag um 20.30 Uhr. Sie packen ihren Controller, USB-Sticks, Konfetti-Kanonen und Computer ein und fahren zu ihrem Arbeitsplatz in die E-Dry.

Sie nennen sich DM&JB, und heute ist für beide ein besonderer Tag. Sie legen zum ersten Mal einen kompletten Abend in der so genannten "Weißen Disco" der Gelderner Großraumdisco auf. "Die ersten Gäste kommen um 22 Uhr, und der Abend endet so gegen 5 Uhr", erzählt Maas. "Das ist ganz schön lange, aber wir haben uns gut vorbereitet."

Die sogenannte "Weiße Disco" ist für Julian und Dominik Dreh- und Angelpunkt ihrer Arbeit. FOTO: Thomas Binn

Dass der Abend unter dem Label von Parookaville läuft, freut die beiden besonders. Sie kennen das Festival, seit es 2015 aus der Taufe gehoben wurde, und arbeiten kontinuierlich darauf hin, vielleicht auch mal dort auflegen zu dürfen.

Fast ehrfürchtig laufen sie durch die für diesen Abend angebrachte Parookaville-Deko und treffen dort Yannik Meisel. Er ist Veranstalter des Abends. Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Stenzel betreibt er die Agentur Apart Events. Sie haben auch DM&JB für den heutigen Abend gebucht. "Die Kunst, aufzulegen, hat eine riesige Faszination. DJs sind die Rockstars des 21. Jahrhunderts. Sie füllen ganze Arenen und legen vor Hunderttausenden Menschen auf."

Die Parookaville Resident-DJs haben die erste Hürde zum Erfolg schon genommen: Marius Grassler und Sebastian Biesen alias Lost Identity und Frederic Schax als FRDY. FOTO: Thomas Binn

Meisel erzählt, dass Parookaville für einen Schub dieser Kunst in unserer Region gesorgt habe. Außerdem sei es Festivalbetreiber Bernd Dicks von Anfang an wichtig gewesen, die regionalen Talente zu fördern.

Mittlerweile hat sich die Tanzfläche in der "Weißen Disco" gut gefüllt. DM&JB begrüßen viele Gäste mit Handschlag. Ein Musikwunsch nach dem anderen wird von den Tanzlustigen geäußert. "Es läuft gut", sagen die beiden DJs. "Die Leute müssen Spaß haben, und wir geben alles, damit das gelingt."

Yannik Meisel ist Veranstalter und organisiert den Parookaville- Abend in der E-Dry. FOTO: Thomas Binn

Im Backstage-Bereich warten Marius Grassler und Sebastian Biesen auf ihren Auftritt. Sie nennen sich Lost Identity und sind mit Frederic Schax alias FRDY, der etwas später dazu kommt, die Parookaville Resident-DJs. "Wir sind heute Abend die Markenbotschafter des Festivals. Für uns ist es ein Heimspiel", erzählen die drei Stars des Abends. Auf die Frage, wie wichtig Dicks für sie und die Szene ist, sind sich alle einig. "Ohne ihn wäre unsere Entwicklung überhaupt nicht möglich gewesen. Er hat uns entdeckt, ist Freund, Mentor und Türöffner in einer Person", bestätigt Schax.

Die Resident-DJs haben den Sprung aus der Region heraus geschafft. Sie touren mittlerweile durch viele Clubs und legen auch im renommierten Kölner Boots-Haus auf.

Auf die Frage, was denn einen DJ-Dienstleister von einem DJ-Künstler unterscheidet, wird es kurz ruhig im Raum. "Es geht darum, aus Bestehendem etwas Neues zu machen. Die Menschen zu begeistern und eine Show daraus zu fertigen", erzählt Grassler. "Die Großen der Szenen, wie Steve Aoki, haben das vorgemacht." Wenn man nur die Charts runternudele und sich nicht mit seinem Stil beschäftige, habe das wenig mit Kunst zu tun.

Gegen Mitternacht ist die Disco voll. DM&JB sind in ihrem Element, und die beiden haben ihren nächsten Schritt als DJs geschafft. Ob sie es irgendwann mal bis auf die Parookaville-Mainstage schaffen werden, wird sich zeigen. An fehlender Motivation soll es aber nicht scheitern.

Quelle: RP
 
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