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Geldern
Im Praktikum ist viel Musik drin

Geldern: Im Praktikum ist viel Musik drin
Janos zwischen den Gitarren - hier stimmt er gerade eine. Im Musikgeschäft in Kevelaer bringt er sich ein, hat Kundenkontakten und macht sich mit der Technik vertraut. FOTO: Yannik Pooth
Geldern. Die Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums haben sich in der großen weiten Job-Welt ausgetobt. Von Yannick Pooth

Einer der Höhepunkte eines jeden Schülers ist das Praktikum. Viele erwarten es sehnsüchtig und haben Monate lang Vorfreude auf die Abwechslung vom Schulalltag. Sei es nun beim Architekten, bei der Polizei oder bei der Bank aus dem Dorf, es findet sich etwas Passendes für jedes Interesse. So auch für die Schüler der Jahrgangsstufe EF des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums (KvGG): Sie konnten erst- und letztmals in ihrer schulischen Laufbahn ins Berufsleben hineinschnuppern und bestimmte Berufsfelder austesten.

Sie durften sich auch bei weiter entfernten Firmen bewerben, falls die Unterbringung während des Praktikums gesichert war, beispielsweise durch Verwandte. Bei Sarah Rosenetzke (16) war das so. Sie sammelte ihre Berufserfahrung bei der Essener Polizei - übrigens insgesamt eine sehr beliebte Praktikumsstelle.

Sarah nimmt es bei der Essener Polizei mit grimmigen Hunden auf und fängt Einbrecher. FOTO: Vanessa Horn

Es sei abwechslungsreich und überraschend, für die Polizei zu arbeiten, begründete Sarah ihre Wahl. "Wir haben schon die Diensthundestaffel kennen gelernt und haben gesehen, wie sie auf unser Verhalten reagieren. Dabei haben wir uns sogar von den Hunden beißen lassen." In Schutzkleidung, versteht sich. Trotzdem war es beeindruckend: "Das ist schon heftig, wenn ein 40-Kilo-Hund an dir zerrt", erzählt Sarah.

Während des Streifendienstes erlebte sie sogar einen echten Einsatz mit Sirene und Blaulicht. Es ging um einen Einbruch mit anschließender Verfolgung und Festnahme - ziemlich aufregend. "Ich wollte auf jeden Fall das Polizeigewahrsam sehen", wünschte sie sich. Das zeigt schon, was es bringt, ins Berufsleben zu blicken: Es entwickelt sich Wissbegier.

Mathias Verhaelen (16) hat sich für ein Praktikum beim Frisör entschieden. "Ich interessiere mich für diesen Beruf mit handwerklichen Tätigkeiten und Fingerfertigkeiten. Außerdem stirbt dieser Beruf nie aus. Haare werden immer wachsen", erklärt er. Zwar kommt man um bestimmte Arbeiten wie Fegen oder Haarewaschen nicht herum, aber Mathias erlebte auch sehr lehrreiche Tätigkeiten. Er lernte an einem Übungskopf mit Perücke, wie man Haare glättet, föhnt, und so weiter. "Die praktische Arbeit macht mir mehr Spaß. Der Umgang und die Unterhaltung mit Kunden ist sehr interessant. In die Buchführung oder sowas würde ich lieber nicht reinblicken", sagt Mathias dazu.

Mathias übt am Puppenkopf das Glätten, Föhnen und Frisieren.

Janos Derks (16) hat ebenfalls mit Kunden zu tun: im Musikhaus Welbers in Kevelaer. "Die Instrumente und die Technik dahinter interessieren mich sehr", erklärt er. "Ich helfe hier bei allem möglichen und versuche, mich einzubringen. Für die Zukunft wäre ich aber auch dem Lehren nicht abgeneigt."

Auch in bekannteren Berufen werden Erfahrungen gesammelt. Joré Thielen (16) tut dies an der St.-Franziskus-Grundschule Twisteden. "Ich arbeite gerne mit Menschen, und die Arbeit mir Kindern macht mir sehr viel Spaß. Ich kann hier den Kindern helfen und ihre Fragen beantworten. Während des Praktikums würde ich noch gerne eine eigene Stunde vorbereiten und halten. Ich würde gerne sehen, was unsere Lehrer immer für eine Arbeit haben", erklärt sie.

Joré hilft den Kindern an der St.-Franziskus-Grundschule. Den Einblick in den Lehrberuf findet sie richtig wertvoll.

Die Möglichkeit, sich selbst vorzubereiten und direkten Einblick zu bekommen, finden alle Schüler sehr wichtig. Auch die längeren Arbeitszeiten sind eine neue Erfahrung. Fazit der jungen Leute: Sie hatten viel Spaß, und die Schule haben sie eigentlich nicht so sehr vermisst. Aber sie waren doch froh, in der Schule ihre Freunde wiederzusehen.

Jens Auerbach, Vertrauenslehrer am KvGG, hält Praktika für eine gute Sache. "Einerseits ist auch ein Ausschluss von Berufen sinnvoll, man nach dem Praktikum sagt, dass es gar nichts für einen sei", erklärt er. "Andererseits kann man das Arbeitsleben erfahren, und wenn man sich für einen Beruf begeistert, weiß man, was für den Weg nach dem Abitur geleistet werden muss."

Er hat übrigens mal ein Praktikum auf einer Kinderkrankenstation gemacht. Das sei zwar schön und interessant gewesen, aber doch nichts für ihn, stellte er fest.

Quelle: RP
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