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Geldern
Immer mehr Jugendliche bleiben ohne Schulabschluss

Geldern. Bei der Bildungsstudie der Caritas schneidet der Kreis Kleve besonders schlecht ab. Die Politik vor Ort müsse nachbessern.

Kleve (RP) Jetzt liegt der Kreis Kleve auf dem letzten Platz: In der jüngsten Caritas-Bildungsstudie im Bistum Münster zu jungen Leuten, die die Schule ohne Abschluss verlassen, schneidet der Kreis Kleve mit rund 6,8 Prozent betroffener Schulabgänger am schlechtesten ab. Bei der Erhebung im vergangenen Jahr hatte es noch für den vorletzten Platz gereicht, mit einer Quote von rund 6,4 Prozent.

Der Studie zufolge verließen im ganzen Bistum Münster im Jahr 2014 mehr junge Erwachsene die Schule ohne Abschluss als im Jahr zuvor. Der Verband analysierte dafür Daten aus über 400 Kreisen und kreisfreien Städten im Bistum. Im Durchschnitt liegt die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss bei 5,5 Prozent.

Das beste Ergebnis erreichte der Kreis Warendorf mit 3,7 Prozent. Er war zugleich der einzige Kreis mit sichtbarer Verbesserung des Wertes. Die Stadt Münster hielt sich konstant bei rund 5,4 Prozent. Aber im restlichen Bistum stieg die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss durchgängig.

Dieser Trend könne auch NRW-weit beobachtet werden, meldet die Caritas. Landesweit erreichten sechs Prozent der Heranwachsenden nicht mal einen Hauptschulabschluss - 0,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auf Bundesebene sieht dies laut Caritas anders aus; da stagniere die Quote seit 2012 bei 5,7 Prozent.

Die Kreis Klever Schulrätin Angelika Platzen hatte schon im vergangenen Jahr die Ergebnisse der Studie, die damals das Jahr 2013 betrafen, in Zweifel gezogen. Erstens habe man 2012 bei den Schulabschlüssen laut Caritas noch im Spitzenfeld gelegen. Zweitens zögen schon Einzelfälle die Prozentzahlen herunter. Und drittens liege der Kreis Kleve obenan in Sachen Inklusion. Für Schüler mit besonderem Förderbedarf sei der Hauptschulabschluss unter Umständen überhaupt nicht das Ziel. Josef Leenders, Vorsitzender der Caritas in der Diözese Münster, forderte die Politik auf, im Bemühen um eine Verbesserung der Situation nicht nachzulassen. "Entscheidend ist der politische Wille vor Ort", meint er. Nötig sei die Zusammenarbeit von Politik, Schule, Jugendamt, Arbeitsamt, Wohlfahrtspflege und Wirtschaft.

Die Caritas-Studie wertete auch Zahlen zu Förder- und Sonderschülern, der Arbeitslosenquote, den Beschäftigten ohne Berufsausbildung und ausländischen Schüler aus. Fazit: "Die Kreise des Bistums weisen hier keine auffälligen Zahlen auf."

Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss stieg im Kreis Wesel von 5,32 in 2013 auf 5,75 in 2014.

Quelle: RP
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