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Geldern
In Hartefelds Kirche geht's zur Sache

Geldern: In Hartefelds Kirche geht's zur Sache
Der Boden hier kommt raus und wieder rein - wer weiß, was sich darunter findet. Das zeigen die Geistlichen Arndt Thielen und Peter Hennesen (vorne). Hinten: Der ehemaliger Küster Max Mikisek, Petra Wegers vom Ortsausschuss und der Architekt Philipp von der Linde. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Für fünf Monate wird die Kirche St. Antonius geschlossen - für neue Wände, neues Licht, neue Lautsprecher. Skulpturen und Altäre werden saniert, der Eingangsbereich wird umfassend umgestaltet. Und dann wäre da noch ein "Schatz". Von Sina Zehrfeld

Es gibt eine Legende in Hartefeld. Demnach liegt unter den Fußbodenplatten des Turms der St.-Antonius-Kirche ein Schatz begraben, erzählt Pfarrer Peter Hennesen. Die Beute eines Bankraubes soll es sein, der in Rheurdt verübt wurde. Wenn das stimmt, dann werden die Reichtümer ja vielleicht bald ans Tageslicht befördert: Die Kirche wird, bildlich gesprochen, einmal auf links gedreht.

Am Dienstag, 5. April, wird das Gotteshaus geschlossen, und es startet eine umfangreiche Renovierung. Wände, Licht, Lautsprecher, Bilder, Altäre, Orgel, Möbel und der gesamte Eingangsbereich: Alles wird runderneuert oder gleich komplett neu gemacht.

Erst mal wird die Kirche ausgeräumt. Bänke und Kunstwerke werden zur Restaurierung weggegeben, erklärt Architekt Philipp von der Linde: "Die ganzen Skulpturen, Figuren und Altäre." Einzig der Hochaltar wird an Ort und Stelle saniert.

Die Wände bekommen einen neuen Anstrich nach dem bestehenden Farbkonzept - große helle Flächen, rote Streben, blaue und goldene Elemente. "Der Charakter der Kirche soll erhalten bleiben", erklärt Arndt Thielen, Leitender Pfarrer von St. Maria Magdalena.

Die Beleuchtung wird verändert. Die neuen Lampen werden nicht mehr nur nach unten, sondern auch nach oben strahlen; das sorgt für ein ganz neues Raumgefühl. Ebenso wie das neue Klangkonzept. Heute gibt es noch sechs Lautsprecher. In Zukunft sollen zwei Stück genügen, um durch ausgeklügelte Technik alles bis in die letzten Ecken optimal zu beschallen. Versprochen ist "ein deutlich angenehmeres Hören". Die Orgel wird gereinigt und danach neu gestimmt.

An die Substanz geht es im Eingangsbereich. "Es ist eine Hartefelder Eigenart, dass das Hauptportal der Seiteneingang ist", stellt Philipp von der Linde fest: Die Leute betreten ihre Kirche von der Seite. Das ist gewachsene Kultur, "das wollen wir nicht ändern". Aber schöner soll's werden. Anstelle der schlichten Tür wird ein breiteres Portal aus schwerer Eiche eingebaut. Dazu wird eine Wand entfernt, die den Eingangsbereich derzeit noch verengt. Die recht mitgenommenen Fußbodenplatten werden herausgenommen, aufgearbeitet und wiederverwendet - das wäre dann die Chance für die Schatzsuche. Bis zum Seiteneingang werden sie durch neue Platten ergänzt, so dass sich ein einheitliches Gesamtbild ergibt.

Außen wird stellenweise Mauerwerk gereinigt und neu verfugt. Und nicht zuletzt wird die Sakristei renoviert, mitsamt neuer Dämmung.

Alles zusammen wird etwa 360.000 Euro kosten. Rund 210.000 Euro davon trägt das Bistum Münster, etwa 150.000 Euro die Kirchengemeinde. "Die Beleuchtung zahlen wir komplett selber, die Beschallung und die Orgel auch", erläutert Pfarrer Arndt Thielen. Dafür habe man dann auch "das Modernste vom Modernen", sagt er: "Wenn, dann machen wir's richtig."

Dafür gibt es einen Vorschuss aus den Rücklagen. "Uns fehlen noch 30.000 Euro, die müssen wir in den nächsten Jahren noch reinholen", so Thielen. Wenn das vergrabene Vermögen unterm Kirchturm nicht doch noch auftaucht.

Quelle: RP
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