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Geldern
In Veert Erinnerungen an Jan Vissers

Geldern: In Veert Erinnerungen an Jan Vissers
Bei der Ausstellungseröffnung in Veert waren dabei (v.l.) Karlheinz Pastoors, Franz Kubon, Rudolf Geese mit dem Buch über Jan Vissers, Josef Dicks, Bettina Hachmann und Jochen Völkel. FOTO: gerhard seybert
Geldern. Ausstellung in der Heimatstube mit Bildern des vielseitigen Künstlers. Bettina Hachmann, seine Pflegetochter und selber Künstlerin, führt liebevoll zurück in eine Zeit, die sie sehr geprägt hat. Buch über Vissers gibt es zu kaufen. Von Anke Kirking

Mancher hat in seinem Wohnzimmer einen besonderen Schatz hängen. Schon oft betrachtet und vielleicht sogar mit einer ganz eigenen Geschichte dahinter. Nach einem Aufruf des Heimat-und Verschönerungsvereins Veert in der RP wurde schnell klar: Bilder von Jan Vissers sind beliebte Sammlerobjekte. Mehr als 65 Menschen aus Geldern haben sich bereiterklärt, ein Kunstwerk von Vissers als Leihgabe für eine Ausstellung in der Heimatstube bereitzustellen. Auf Grund der begrenzten Kapazität konnten leider nicht alle aufgenommen werden. Es war am Wochenende aber auch so eine außergewöhnliche Ausstellung. Da hing zum Beispiel die Bleistiftzeichnung einer Distel, die dem Ehepaar Frankewitz zur Hochzeit geschenkt wurde. Oder Porträts von den Kindern der Familie Sommer.

Der zweite Teil der Ausstellung fand im Haus des Künstlers statt. Dort lebt heute seine Pflegetochter Bettina Hachmann. Sie hat einen Teil ihrer Kindheit bei Jan und Maria Vissers verbracht. Das hat sie sehr geprägt. Denn auch sie ist eine anerkannte Künstlerin geworden. Zwar hat sie auch eine Zeit lang im Ruhrgebiet gelebt, doch später ist sie wieder zurückgekehrt, um sich um die Pflegeeltern zu kümmern.

Das Haus wurde damals nach den Vorstellungen des Künstlers geplant und gebaut. Ein großes Fenster zur Nordseite garantierte ihm immer ein gutes Licht für seine Arbeit. Bunte Fenster, die nach seinen Entwürfen eingesetzt wurden, sind auch heute noch ein besonderer Teil des Hauses. Bettina Hachmann erinnert sich: " Als Kind habe ich hier immer sehr gerne gesessen. Dieses bunte, runde Fenster ist wie ein Ruhepol. Je nach dem, wie man den Kopf dreht, erscheint die Welt in einer anderen Farbe."

Auch in der Wohnung wurde sehr deutlich, wie vielseitig und begabt Vissers war. Ob es ein Ölbild ist, eine Bleistiftzeichnung oder ein Rötelbild, Perfektion und Handfertigkeit sind in jedem Bild wiederzufinden. Durch Bettina Hachmann, die liebevoll und emotional durch die Ausstellung führte, wurden Jan und Maria sehr lebendig. Der Arbeitstisch sah so aus, wie Bettina ihn in Erinnerung hatte. Viele Bilder lagen kreuz und quer neben Pastellkreiden und Pinseln. Aufräumen und Saubermachen waren in diesem Raum verboten. Doch die kleine Bettina durfte hin und wieder Vissers bei der Arbeit über die Schulter schauen. Bettina Hachmann: "Es war so schön, dabei zuzuschauen, wie ein Kunstwerk entsteht. In dieser Zeit habe ich auch eine Menge gelernt."

Ein Jahr lang liefen die Vorbereitungen zu dieser Ausstellung, und für Bettina Hachmann war es ein ganz besonderes Jahr: "Es war ein Jahr des Zusammentragens, der Erinnerungen und des Wiederentdeckens. Das Interesse an der Person Jan Vissers und seinen Werken hat mich sehr gerührt. Jetzt ist auch der perfekte Zeitpunkt für diese Ausstellung. Es gibt noch Menschen die ihn kannten, die seine Werke mit etwas Besonderem verbinden."

Tatsächlich sind Spuren seiner Schaffenskraft auch in ganz Geldern zu finden. Zum Beispiel an der Maria-Magdalena-Kirche. Der Türgriff wurde von Vissers gestaltet, wie der Originalabdruck in der Ausstellung in der Heimatstube zeigt. Wer mehr über Jan Vissers erfahren möchte, kann über den Heimat-und Verschönerungsverein ein Buch von Rudolf Geese für 15 Euro erwerben

Quelle: RP
 
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