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Wachtendonk
Initiative: Verlosung im Ausländeramt "menschenverachtend"

Wachtendonk: Initiative: Verlosung im Ausländeramt "menschenverachtend"
Seit Donnerstag werden Termine im Ausländeramt verlost. FOTO: Settnik
Wachtendonk. Scharf kritisiert die Wachtendonker Initiative Mit-Menschen in einem offenen Brief an Landrat Wolfgang Spreen die neue Regelung für die Terminvergabe beim Ausländeramt in Kleve.

Die "Initiative des ökumenischen Arbeitskreises für soziale Fragen" spricht von einem "Lotteriespiel bei der Beantragung des Ausweises nach Anerkennung, Verlängerung des Ausweises, Erlangung der Fiktionsbescheinigung oder Aushändigung der Arbeitserlaubnis" Dina da Costa-Ramacher von der Initiative: "Wir sind tief erschüttert und maßlos erstaunt über die neueste Änderung bei der Terminvergabe. Unsere Gruppe ist im Laufe ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit vielen uns unverständlichen Maßnahmen und Handlungsweisen der Ausländerbehörde im Kreis Kleve konfrontiert worden, aber das jetzt empfinden wir nur als menschenverachtend. Die Würde des Menschen wird gröblich verletzt." Nun müssten die betroffenen "Fortuna anflehen, wenn sie von ihrem Sozialamt angewiesen werden, eine Fiktionsbescheinigung vorzulegen, um weiterhin Leistungen beziehen zu können? Um bei Lospech Wochen warten zu müssen, bis sie einen Termin bei der Ausländerbehörde bekommen".

Leider habe es die Kreisverwaltung bisher versäumt, sich intensiv mit dem Lösungsvorschlag auseinanderzusetzen, eine Zweigstelle der Ausländerbehörde für den Südkreis im Gebäude Boeckelter Weg 2 in Geldern einzurichten. Dina da Costa-Ramacher: "Das Gebäude ist da, die Logistik ist da sowie ein funktionierendes Terminvergabesystem. Viele der "einfacheren" Anliegen wie Verlängerung des Ausweises, Abholen der Arbeitserlaubnis, Fiktionsbescheinigung könnten sicherlich schneller und effizienter abgearbeitet werden." Anliegen, die spezieller Art sind und nur durch das Fachpersonal in Kleve bearbeitet werden können, könnten dort weiterhin angesiedelt werden.

Bis es da zu einer Entscheidung seitens der Politik kommt, ein Lösungsvorschlag aus der Gruppe, der die Situation etwas entschärfen würde: Warum verteilt man die Öffnungszeiten nicht abwechselnd nach Nord- und Südkreis? Montags nur Anliegen für Menschen aus dem Nordkreis, dienstags nur Anliegen für Menschen aus dem Südkreis, mittwochs nur Anliegen für Menschen aus dem Nordkreis, donnerstags nur Anliegen für Menschen aus dem Südkreis und am Freitag könnten die bürotechnischen Sachen erledigt werden.

Dina da Costa-Ramacher: "Man kann den Sachbearbeitern der Ausländerbehörde in Kleve keinen Vorwurf machen. Mehr als arbeiten geht eben nicht, aber man sollte die Arbeit effizient verteilen. Dann würden die anerkannten Flüchtlinge auch nicht mehrere Monate warten müssen, bis sie endlich den Ausweis bekommen, der für die immer wieder - auch von der Politik - geforderte Integration zwingend notwendig ist."

Quelle: RP
 
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