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Franz-Josef Schraven
Investitionen in erneuerbare Energie

Franz-Josef Schraven: Investitionen in erneuerbare Energie
Franz-Josef Schraven im Gespräch mit Umweltministerin Barbara Hendricks, die jetzt den Betrieb in Kevelaer besuchte. Schraven ist unter anderem Fachpartner von Mercedes für Batteriespeicher. FOTO: Schraven solar
Geldern. Gerade erst hat Umweltministerin Barbara Hendricks sich ein Bild von Schraven Solar in Kevelaer gemacht. Das Unternehmen plant eine Energiegenossenschaft, an der sich jeder beteiligen kann. Hilfe bei Förderanträgen.

Immer wieder wird über die Förderung für regenerative Anlagen diskutiert, wie sieht hier die aktuelle Regelung aus?

Schraven Wie Barbara Hendricks anlässlich unseres Neujahrsempfanges schon sagte: Das Förderprogramm für Batteriespeicher wird für weitere drei Jahre fortgesetzt. Die Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) von Blockheizkraftwerken (BHKW) wird von 750 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro erhöht. Die genaue Ausgestaltung steht allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Allerdings sollte die Zugänglichkeit zu diesen Programmen modifiziert werden.

Sie haben beim Besuch von Ministerin Barbara Hendricks die derzeitigen Förderbedingungen als großes Ärgernis für die Branche kritisiert. Was müsste aus Ihrer Sicht verändert werden?

Schraven Die Banken sind gesetzlich verpflichtet, jeden KfW-Antrag, unabhängig von der Kredithöhe, kostenfrei zu bearbeiten. Wir haben häufig die Erfahrung gemacht, dass Anträge unter 15.000 Euro wegen der geringen Höhe abgewiesen werden. Etwa 50 Prozent unserer investitionswilligen Kunden konnten deshalb ihre Energieversorgung nicht optimieren. Bei der Durchsetzung des Antrags können wir als Fachunternehmen behilflich sein.

In der Basilikastraße haben Sie ein Gebäude realisiert, das quasi autark bei der Energieversorgung ist. Unter welchen Umständen ist so etwas in üblichen Wohnhäusern möglich?

Schraven Bei dem Haus Basilikastraße 16 in Kevelaer handelt es sich um ein Sechs-Familien-Haus. Wegen des Denkmalschutzes konnten wir die Fassade nicht dämmen. Trotzdem haben wir ein "A+++" erzielen können, indem wir ein BHKW, Photovoltaik und Batteriespeicher verbauten. Bei einem Eigenbedarf des Hauses von etwa 15.000 Kilowattstunden (KWh) können wir zusätzlich noch etwa 20.000 KWh einspeisen und sind dann Sommer wie Winter Selbstversorger. Alternativ können wir den Strom über einen Zwischenzähler an die Nachbarn verkaufen. Für Einfamilienhäuser macht grundsätzlich eine Photovoltaik-Anlage in Kombination mit der neuen Speichertechnik Sinn. Blockheizkraftwerke lohnen sich besonders, wenn sich die Nutzer zu Verbrauchsgemeinschaften mit einem Verbrauch von mehr als 10.000 KWh zusammenschließen.

Sie planen die Gründung einer Energiegenossenschaft. Was ist darunter konkret zu verstehen?

Schraven Wir möchten eine Investitionsplattform für den Ausbau erneuerbarer Energien anbieten. Mit Genossenschaftsanteilen von 500 Euro soll jeder einsteigen können. Es gibt viele Strom-Großverbraucher wie Gastronomie, Hotellerie und landwirtschaftliche Betriebe, die keine Mittel zur Umsetzung bekommen. Auch die Kommunen können auf ihren öffentlichen Gebäuden wegen Haushaltsengpässen nicht in erneuerbare Energien investieren. Dies alles könnte mit einer großen Streuung des Risikos über die Genossenschaft realisiert werden. Wir haben so die Möglichkeit, Projekte umzusetzen, die ansonsten nicht realisiert werden würden. Wenn alles gut durchläuft, können wir im 2. Quartal am Markt sein.

Sie werden Fachpartner für die neuen Batteriespeicher von Mercedes sein. Welche Möglichkeiten eröffnet diese Technik für Pkw mit Stromantrieb im Alltag für den Nutzer?

Schraven Wer eine niedrige Einspeisevergütung hat, für den ist der Speicher besonders sinnvoll. Die große Menge an Strom wird immer noch im Haushalt verbraucht. Und hier liegt der Preis für selbsterzeugten Strom bei optimaler Auslegung immer noch unter dem Einkaufspreis der öffentlichen Versorger. Über Nacht kann das Auto am Speicher aufgeladen werden.

DIE FRAGEN STELLTE SEBASTIAN LATZEL.

Quelle: RP
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