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Issum
Issumer gehen online zum Nachbarn

Issum: Issumer gehen online zum Nachbarn
Sie ist "Bernadette von der Neustraße" und hat die Nachbarschaftsaktion ins Rollen gebracht. FOTO: Bernadette Viehrig
Issum. In viele Issumer Haushalte flatterte in den vergangen Tagen ein Handzettel mit einer Nachricht von "Bernadette aus der Neustraße". Die Adressaten wurden eingeladen, sich auf der Internetseite "nebenan.de" anzumelden und so eine Nachbarschaftsplattform im Internet zu gründen.

Die Frau dahinter ist Bernadette Viehrig. Sie ist "Bernadette von der Neustraße". Anderthalb Jahre ist es her, dass sie nach Issum zog. "Versuch's halt mal", sagt sie über die Idee, ihre Nachbarschaft erst einmal online kennen zu lernen. Durch Spaziergänge mit den Hunden, Feste und ihre mobile Fußpflege lernte sie dann aber doch ganz von alleine und sozusagen analog die Menschen in ihrer Umgebung kennen.

Dennoch kam der Aufruf, sich der Internetplattform anzuschließen, offensichtlich gut an. Gestern waren mehr als 60 Issumer angemeldet. Ziel sei es, sich "unkompliziert miteinander auszutauschen, gegenseitig auszuhelfen" heißt es auf dem Handzettel. Seit anderthalb Jahren gibt es die Plattform. Eine halbe Million Menschen nutzen sie. Aber können die Leute nicht einfach von Tür zu Tür gehen, um ihre Nachbarn kennenzulernen? Ein Anruf bei dem Berliner Unternehmen "Good Hood" gibt Klarheit.

"Letztendlich wird der Bogen zum Nachbarn doch offline geschlagen", beruhigt Ina Brunk, Mitgründerin der Nachbarschaftsplattform im Internet. "Denn die Bohrmaschine, die man sich ausleihen möchte, die kommt nicht übers Internet, sondern persönlich." Die Plattform soll helfen, innerhalb kürzester Zeit in einem geschützten Rahmen Menschen zusammenzuführen. Und weil man sich mit seinem Nachbarn vernetzen soll und nicht mit irgendwem, funktioniert das Anmelden auch nur mit dem richtigen Namen und der richtigen Adresse. "Du trittst so auf, wie du auf dem Klingelschild stehst", nennt es Ina Brunk.

Die Sache mit den Handzetteln ist übrigens ein Service des Internetunternehmens. "Starthilfe" nennt es Ina Brunk. Je nach Besiedelung der Stadt gehen an die 1000 Handzettel raus. Weil sich immer nur ein gewisser Prozentsatz anmelde, mache das Sinn.

(bimo)
 
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