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Geldern
Jagd auf den "Werwolf im Düsterwald"

Geldern: Jagd auf den "Werwolf im Düsterwald"
Kinder aus Alaska, Italien, England, Russland und anderen Ländern sind mit gut 40 Betreuern am Holländer See in Geldern zu Gast. Die Teilnehmer sind zwischen sieben und 17 Jahre alt. FOTO: gerhard seybert
Geldern. Im ausverkauften Castra-Nova-Sommerlager tummeln sich Kinder aus der ganzen Welt. Rund 70 sind momentan am Holländer See, insgesamt 170 werden während der gesamten sechs Wochen vor Ort sein. Die Kleinen sind begeistert. Von Christoph Kellerbach

"Ich bin seit heute Morgen im Castra-Nova-Sommercamp und war am Anfang schon etwas nervös", erinnert sich Carmen (9) aus Irland. "Aber ich hab hier sofort Freunde gefunden, die Leiter sind nett und ich hatte jetzt schon viel Spaß." Es ist natürlich ein großes Lob, wenn ein kleiner Gast sich so schnell heimisch fühlt, und das ist sicher ein Grund dafür, warum jedes Jahr die Plätze für das Lager schon ziemlich früh ausverkauft sind. "Wir tun auch alles, damit sich hier jeder wohlfühlen kann", meint Campleiter Manuel Endres. Er arbeitet seit sechs Jahren bei dem Castra-Nova-Lager, das über die deutsche Pfadfinderschaft läuft.

"Wir haben hier Kinder aus Alaska, Italien, England, Russland und anderen Ländern. Nachdem 1970 das erste Castra-Nova-Lager in Würzburg war, hat sich das Ganze international glücklicherweise herumgesprochen. Es gibt ein Camp pro Jahr. Seit 2010 sind wir hier am Holländer See, und es ist einfach toll", erklärt Endres. Er und die knapp 40 anderen Helfer sowie Erzieher, die vom 17. Juli bis zum 19. August abwechselnd die Kinder betreuen, machen ihre Arbeit komplett ehrenamtlich. "Ich bin zum Beispiel seit vier Jahren für zwei Wochen mit dabei, da mein Sohn hier teilnimmt. Da ich gelernter Koch bin, kümmere ich mich auch mit um die Küche", verrät zum Beispiel Michael Symandera.

Jeder Tag im Castra-Nova-Sommerlager hat grob den gleichen Ablauf. Ab 8 Uhr morgens wird geweckt, danach gibt es eine Frühstückszeit, und ab etwa 10 Uhr werden parallel meist vier verschiedene Programme angeboten. "Wir dürfen den angrenzenden Sportplatz nutzen, machen Kreativarbeiten und Gemeinschaftsspiele", so Endres. "Ab 13 Uhr gibt es Mittagessen sowie Taschengeldausgabe, und anschließend gibt es weitere Aktionsmöglichkeiten. Wir gehen gemeinsam in die Stadt, oder die Kinder können die Umgebung auf eigene Faust erkunden, je nachdem, was die Eltern zuvor erlaubt haben. Um 18 Uhr folgt dann das Essen mit anschließendem Abendprogramm wie Filmen, Beauty-Workshops mit Disco im Anschluss, Karaoke oder Show-Darbietungen von Bands, Sängern und Co."

Die einzelnen Zelte der zwischen sieben und 17 Jahre alten Jugendlichen sind in sogenannte "Dörfer" gruppiert, und an den Seiten des Platzes campen die Aufseher, um alles im Blick zu haben. "Hier passt immer jemand auf, ab 23 Uhr gibt es eine Nachtwache", weiß Manuel Endres. "Morgen um 6 Uhr geht die dann ins Bett, dann beginnt der Küchendienst."

In dem multinationalen Camp sprechen die Betreuer vor allem Deutsch und Englisch. Beim Verstehen anderer Sprachen machen auch die Kinder mit, wie etwa Lev (13). Der kommt aus der Ukraine, ist dieses Jahr schon zum dritten Mal mit Castra Nova in Geldern und hilft beim Übersetzen ins Russische: "Hier ist es richtig cool, es gefällt mir sehr. Die Betreuer sind gut, und man kann viel aktiv sein."

Auch der jungen Anna (8) aus Spanien, die zum ersten Mal vor Ort ist, gefällt die Lager-Atmosphäre: "Es ist schön hier, ich mag den Wald sehr. Da haben wir eine verletzte Taube gefunden. Der haben wir geholfen, bis sie wieder fliegen konnte." Das Lieblingsspiel von ihr und vielen anderen Camp-Teilnehmern ist "Werwolf im Düsterwald". Da geht es darum, dass man nicht gefressen wird. Sie lacht: "Wir spielen es nachts, und man muss man länger überleben als seine Mitspieler. Das ist toll."

Quelle: RP
 
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