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Geldern
Jörg Grahl (SPD) kritisiert Zögern der Stadt beim alten Finanzamt

Geldern. Der Gelderner SPD-Politiker Jörg Grahl kritisiert Politik und Stadtverwaltung dafür, das ehemalige Finanzamt am Mühlenturm nicht frühzeitig gekauft zu haben.

"Vor einem Jahr hätte die Stadt das Finanzamt zu einem Spottpreis erwerben können", so Grahl: "Zur günstigen und langfristigen Weitervermietung an Ärzte oder an die kommunale Wohnungsbaugesellschaft zur Herrichtung von altengerechtem Wohnraum in zentraler Lage." Nun hat ein Investor die Immobilie ersteigert. "Lassen wir uns von der betriebswirtschaftlich geprägten Alternative überraschen", zeigt sich Grahl unzufrieden.

Das Gebäude, das zuletzt vom Land als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde und danach leer stand, ist inzwischen, wie berichtet, versteigert worden. Die Stadt Geldern gehörte zu den Interessenten, wurde jedoch überboten.

Vorab hätte die Kommune die Immobilie zwar zu günstigen Konditionen bekommen können. Das galt aber nur, wenn sie sie für öffentliche Zwecke gebraucht hätte, beispielsweise erneut als Behörde oder auch als Flüchtlingsunterkunft.

Grahl glaubt jedoch, dass auch ein Hausärztezentrum, wie vom Gelderner Arzt Arne Kleinstäuber konzipiert, als "öffentlicher Zweck" hätte gelten können. "Weil zwei Drittel unserer Hausärzte bis Mitte des nächsten Jahrzehnts in den Ruhestand gehen, ist die Stadt gefordert, wenn sie ihre Rolle bei der Daseinsvorsorge ernst nimmt", argumentiert er. Die demografische Entwicklung verschärfe die Lage, "weil in dieser stetig wachsenden Bevölkerungsgruppe der Bedarf an ärztlicher Versorgung besonders hoch ist".

Derzeit gingen jährlich doppelt so viele Mediziner in Rente, wie von den Universitäten nachrückten. "Und die jungen Ärztinnen und Ärzte können deshalb unter den attraktivsten Orten frei wählen", führt Grahl aus. Mit einem Hausärztezentrum hätte Geldern da punkten können, meint er.

(szf)
 
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