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Wachtendonk
Jorissens Bilder im alten Wasserwerk

Wachtendonk. Der Künstler teilt die Ausstellung in zwei Abteilungen: "Raumbilder" und "Landschaftsräume". Vom Reiz leerer Gebäude und der detaillierten Darstellung von Naturmotiven. Die Eröffnung findet am Samstag ab 11 Uhr statt.

Seit Jahren nutzt der Kulturkreis Wachtendonk, genauer dessen Arbeitskreis Aqua, das alte Wasserwerk am Fliethweg als Galerie. Die nächste Ausstellung wird am Samstag, 4. Juni, um 11 Uhr eröffnet. Thomas Jorissen zeigt Bilder, die er zwischen 2011 und 2015 gemalt hat. "Die Innenräume - Raumbilder" lautet der Titel einer Abteilung der Schau. Die dargestellten Innenräume oder Wandstücke gehen auf reale Ansichten zurück. Sie befinden sich häufig in verwaisten Gebäuden, bei deren Beschreiten einem eine schon fast beklemmende Leere entgegentritt. Nur vereinzelt erinnern noch Gegenstände an ein menschliches Dasein. Die Vermächtnisse haben ihre eigene Geschichte. Die Räume sind nach Aufgabe einer Nutzung klimatischen und menschlichen Einflüssen ausgesetzt. Die Einflüsse hinterlassen Spuren, die erweiterte Raumformen und somit neue rätselhafte Ansichten definieren. Um die Empfindung der Raumszenen treffender einzufangen, werden oft ortspezifische Materialien wie Mörtel, Sand, Gips, Steinmehl, Staub, Asche, Erde, Holz, Schilf oder Stroh entnommen und in die Bilder eingearbeitet.

Die ursprünglichen Gebäude, einst wichtige Handlungs- und Produktionsstätten im lokalen Sinne, prägten das Stadt- und Landschaftsbild. Diese Prägung bleibt auch ohne Gebrauch bestehen. Im Laufe der Jahre sind einige dieser Bauten nicht mehr existent oder durch Umformung verloren gegangen. Dieser Verlust wird in den Raumbildern, aber auch in den Landschafträumen, zum Beispiel bei den Arbeiten Rodung I-V, spürbar.

So wie bei den Bildern der Innenräume, gehen auch die "Landschaften - Landschaftsräume", die zweite Abteilung, auf tatsächlich existierende Motive zurück, ohne diese jedoch real abzubilden. Im Detail werden Ackerfurchen, Spuren, Rinnsale, Borken, Rinden aufgenommen, um dann als abstrahierte Elemente wieder in den Bildern Platz zu finden. Es geht darum, diese rohe Landschaft unter Einfluss der Abnutzungserscheinungen und den Hinterlassenschaften von menschlichen und erosionsbedingten Einwirkungen darzustellen.

Diese Sujets unterliegen oft einer zeitlichen Metamorphose. Jedoch kommt, anders als bei den Raumbildern, ein temporärer Faktor wie Licht oder Wetter hinzu, so dass die Landschaftsbilder nur eine Momentaufnahme darstellen und eine eigene Stimmungswelt transportieren. Aus dieser Empfindung heraus entstehen die imaginären Landschaften. Diese Werke verzichten ganz auf direkte Realbezüge, um somit einerseits die Motivik zu pointieren und andererseits eine freiere, globalere Sichtweise auf die Bildthematik zu bieten.

Quelle: RP
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