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Geldern
Jubel für Sven Kaiser als neuen Bürgermeister

Geldern: Sven Kaiser jubelt über seinen Sieg bei der Stichwahl
Geldern: Sven Kaiser jubelt über seinen Sieg bei der Stichwahl FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. CDU-Kandidat Sven Kaiser hat die Stichwahl gewonnen. Mit einem für alle Beobachter überraschend klaren Ergebnis von 55,74 Prozent der Stimmen setzte er sich am Sonntag gegen Amtsinhaber Ulrich Janssen durch. Von Sina Zehrfeld

Es gibt einen Wechsel an der Stadtspitze. Sven Kaiser holte bei der Stichwahl 55,74 Prozent der Wählerstimmen, Ulrich Janssen kam entsprechend auf 44,26 Prozent. Im Bürgerforum, wo viele Menschen die Verkündung der Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken live mitverfolgten, gingen die letzten Zahlen in Jubel und Applaus der CDU- und Kaiser-Anhänger unter. Sven Kaiser selbst zeigte sich am Abend dankbar und beinahe überwältigt. Ulrich Janssen hat unterdessen seinen Rückzug in den Ruhestand angekündigt.

Kaiser war von Anfang an im Bürgerforum dabei und zeigte sich am Ende immer noch angespannt und zugleich glücklich. "Ich bin wirklich froh, dass das Ergebnis deutlich ist", sagte er. "Natürlich hat man immer gehofft, dass man mit einem guten Abstand gewinnt. Aber dass es so glatt läuft, damit hätte ich nicht gerechnet." Seine Ehefrau Michaela hatte während der Auszählung mit den Tränen gekämpft und fand emotionale Worte. Sie sei "erleichtert, erlöst, ganz gerührt und sehr dankbar und sehr stolz auf meinen Mann", sagte sie.

Gewinner und Verlierer der Stichwahlen in NRW FOTO: dpa, rwe fpt

Bürgermeister Ulrich Janssen kam dazu, als das Endergebnis feststand. Schon auf dem Rathausparkplatz wurde er von seinen Anhängern begrüßt. Auch für ihn gab es Beifall, als er eine Runde durch den Saal des Bürgerforums drehte, Hände schüttelte und Umarmungen erwiderte. Er wollte keinen Kommentar zur Wahl abgeben, hatte da aber bereits im Internet ein Statement auf Facebook gepostet.

"Ganz herzlichen Dank an alle Menschen, die mir in den letzten Wochen Zuspruch und Unterstützung gewährt haben", heißt es darin. "Ich wünsche unserer Heimatstadt für die nächsten fünf Jahre weiter den guten Erfolg der letzten elf Jahre und danke für diese wunderbare Zeit; insbesondere der Mitarbeiterschaft." Er übergebe einen geordneten Haushalt: "Alle wesentlichen Grundlagen für die Zukunft unserer Stadt sind unwiderruflich gelegt, und es ist ein normaler Akt des Wechsels." Auch, wenn er die Ergebnisse der Arbeit selbst gern noch als Bürgermeister erlebt hätte. Er wünscht der Stadt und den Geldernern alles Gute und Gottes Segen.

In dem Statement findet sich aber auch Bitterkeit. Es werde keinen Politikwechsel geben, und es gebe "Kräfte", die seit elf Jahren mit "nicht am Allgemeinwohl orientierten Motiven" arbeiteten, schreibt er. Unterzeichnet sind die kurzen Ausführungen mit "Ihr Ulrich Janssen, Bürgermeister ,i.R'" - das heißt ,in Rente' - "ab 21. 10. 2015".

Am 21. Oktober ist die Amtseinführung von Sven Kaiser. Der erklärte, er freue sich darauf, "gemeinsam Geldern nach vorne zu bringen", sagte er: "Man kann jetzt so viel bewegen - zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen und mit den Parteien. Das ist eine Riesenchance."

Der stellvertretende Bürgermeister Rolf Pennings (SPD), der zuletzt Janssen in der Kandidatur unterstützt hatte, bescheinigte Kaiser einen fairen Wahlkampf. Das sei bei den Leuten wohl gut angekommen. Er werde Kaiser jetzt nach Kräften helfen. Der Stadtverbandschef der Gelderner CDU, Stefan Wolters, sprach von einem "für Geldern absolut notwendigen Wechsel".

Die Wahlbeteiligung lag bei 40,77 Prozent. Auch darüber war Sven Kaiser zufrieden. Einerseits erlebt man bei Stichwahlen häufig eine noch deutlich geringere Wahlbeteiligung. Andererseits heißt das natürlich, dass die Bürgermeisterfrage knapp 60 Prozent der Gelderner gar nicht erst an die Urne gelockt hat.

 

Die wichtigsten Wahlergebnisse der Region im Überblick

 

Quelle: RP
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