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Geldern
Jubiläum: 25 Jahre Pfadfinder Kapellen

Geldern. Mit einem Schaulager soll das Leben nach den Maßstäben von Lord Robert Baden-Powell gezeigt werden. Im Ort selbst haben die Pfadfinder schon viele Spuren hinterlassen. Im Sommer geht's auf große Fahrt nach Frankreich. Von Bianca Mokwa

Auf ein Vierteljahrhundert können die Pfadfinder Kapellen zurückblicken. Das feiern sie am Wochenende unter dem Motto: "Still on fire". Und die Teilnehmerzahlen und Erzählungen sprechen dafür, dass die Kapellener immer noch fürs Pfadfindersein brennen.

290 Kapellener zählen sich zum Stamm St. Georg Kapellen. Bei der Gründung Ostern 1991 waren es 145. Angefangen hat alles mit 20 Jungen und Mädchen und der Idee aus dem Kapellener Pfarreirat, eine sinnvolle Beschäftigung für die Jugend zu finden. "Wahrscheinlich weil ich ein alter Pfadfinder bin, ich kannte nichts anderes", erzählt Dr. Udo Oerding lachend, wie man denn auf die Idee mit den Pfadfindern gekommen sei. "Pfadfinder ist man ein Leben lang", bestätigt Sandra Hornen. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern. Damals war sie gerade 18, als die Pfadfinder im Dorf an den Start gingen, heute ist sie im Vorstand.

Einmal in der Woche finden die Gruppenstunden statt, es gibt zwölf Gruppen in vier Altersstufen in Kapellen. Die Jüngsten sind die Wölflinge ab sieben Jahre. Bei den Pfadfindern werden Werte und Kompetenzen vermittelt, davon zehre man ein Leben lang, betont Hornen. Lord Robert Baden-Powell, Gründer der Pfadfinder, hat vor 100 Jahren Werte und Ziele wie Gerechtigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Bewahrung der Schöpfung und Frieden festgeschrieben. "Verlasst die Welt ein wenig besser, als ihr sie vorgefunden habt", lautet einer der Sätze Powells. Und die Legende Powell lebt. Mit einem Augenzwinkern erzählen die Kapellener Pfadfinder vom Besuch zweier Bolivianer, die im Austausch mit dem Diözesanverband Münster kamen. Die wollten unbedingt ein Foto mit Dr. Oerding machen. "Es würde ihnen sonst keiner glauben, dass sie mit Lord Powell zusammengestanden haben", lautete die Begründung. Die Kapellener Pfadis geben schmunzelnd zu, dass ihr "Doc" mit Hut und Bart eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Gründer der Pfadfinder hat. Und auf Lagern ist er derjenige, der sich mit einer Trillerpfeife Gehör verschafft.

Die Lager sind der Höhepunkt im Pfadfinderjahr. Wie so etwas aussieht, das zeigen die Kapellener Pfadis am Wochenende. Im Sommer geht es dann in ihr richtiges Lager, in die Normandie. Zehn Hartgesottene fahren mit dem Fahrrad dorthin. Insgesamt nehmen 180 Pfadfinder teil. "Kapellen ist dann leer", sagt Dominik Kanders, zumindest was die Kinder angeht. "Man wird reingeboren", sagt er dazu, wie man in seinem Heimatort Pfadfinder wird. "Und es ist nicht nur durch die Natur laufen, Wege suchen, es ist ganz viel drumherum", sagt Julia Bosman über das Pfadfindersein. Kathrin Dornbusch mag das Gefühl von Gemeinschaft. Und die kann mehr als am Lagerfeuer sitzen und Lieder zur Gitarre singen. Die Kapellener Pfadfinder haben sich schon an vielen Stellen im Ort verewigt. 2009 und 2010 bauten sie eine Minigolfanlage in St. Bernardin. 2013 waren sie beim Umbau der Aussegnungshalle zu einem Sommerhaus mit Muskelkraft dabei.

Ob Glühwein- und Püfferchenverkauf zu St. Martin, Dorf- und Pfarrfest, Basare, die Pfadfinder sind mittendrin und packen mit an. "Dabei muss man nix Bestimmtes bei uns können", sagt Hornen über die Einstiegsbedingungen, um Pfadfinder zu werden. Anders als bei Fußball oder Musik könne man völlig talentfrei an die Sache rangehen. "Die Mischung macht's", sagt sie über das Miteinander. Immerhin sei das Grundprinzip der Pfadis "Learning by doing", und der Stärkere hilft dem Schwächeren. Das klappt und trifft auch den Nerv der Zeit, wie das Jubiläum zeigt.

"Die Besucher wollen nicht mehr gehen", ist sich Dornbusch sicher, dass der Funke während des Jubiläumslagers überspringt. Die Feier ist auch ein Dankeschön an alle Unterstützer. "Zum Beispiel ortsansässige Banken und Unternehmen", zählt Sandra Hornen auf. Und dann sind da noch die vielen stillen Helfer. "Es gibt einen Rentner, der in seiner Freizeit Heringe für uns schweißt. Dieser Dienst ist mit Geld nicht zu bezahlen", sagt Hornen. Und natürlich ist es ein Fest für ganz Kapellen.

Quelle: RP
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