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Kerken
Jubiläum: Seit 175 Jahren ein Löwe in Aldekerk

Kerken: Jubiläum: Seit 175 Jahren ein Löwe in Aldekerk
Bernd Janssen und seine Frau Claudia vor der Löwen-Apotheke an der Hochstraße in Aldekerk. FOTO: Gerhard Seybert
Kerken. Zu diesem besonderen Ereignis der Apotheke laufen die Festwochen noch bis zum kommenden Sonntag. Bernd Janssen blickt zurück auf die langjährige Geschichte. Moderne Technik hilft heute den Kunden. Von Stefan Kriegel

Die Lage ist ideal. Die Hochstraße 99 ist nicht weit weg vom Aldekerker Zentrum. Andererseits findet der Kunde die Löwen-Apotheke von der Umgehungsstraße aus schnell, wenn er am Edeka-Markt Kox vorbei den weißen Schildern mit dem roten Apotheken-Zeichen und roter Schrift folgt. Immerhin ist dieses Geschäft für die Ortschaft zur Institution geworden. Davon zeugt alleine die 175-jährige Geschichte, die noch bis zum kommenden Sonntag, 27. September, gefeiert wird.

Apotheker Bernd Janssen, der mit seiner Ehefrau Claudia als pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) bereits seit 20 Jahren die Apotheke leitet, freut sich, dieses besondere Ereignis mit seinen Kunden feiern zu können. Immerhin sind dort (einschließlich des Ehepaars Janssen) zwölf Mitarbeiter beschäftigt, neun im pharmazeutischen Bereich plus zwei Fahrer und eine Putzhilfe. Der Inhaber wirft auch einen Blick auf die lange Geschichte der Apotheke und erzählt einige Anekdoten.

Das pharmazeutische Team der Löwen-Apotheke in Aldekerk. FOTO: privat

Bereits im Jahr 1840 erhielt die Ortschaft Aldekerk die Konzession für eine Apotheke. "Das war damals eine große Seltenheit für ein so kleines Dorf", wertet der 53-Jährige die Gründung seines Geschäftes. Vier Jahre habe der Schriftwechsel gedauert, den das Amt Aldekerk unter Bürgermeister Alsters mit dem Kreis und der Regierung um die Erteilung dieser Konzession führen musste. Nachdem die Apotheke bereits mehrere Inhaberwechsel erlebt hatte, wurde sie 1891 durch Apotheker Ahlers von der Hochstraße 102 (schräg gegenüber gelegen) in das jetzige Gebäude, Hochstraße 99, verlegt.

Um die vorletzte Jahrhundertwende (von 1800 nach 1900) wurden schon mehrere Modernisierungen durchgeführt. In dieser Zeit bekam die Apotheke auch einen der noch seltenen Telefonanschlüsse. "Löwen-Apotheke, Franz Fallböhmer, Tel.-Nr. 6" stand auf einem Gefäß, das aus dieser Zeit erhalten ist. 1929 folgten weitere Veränderungen durch Apotheker Polycarp Kohlhaas, der in den 30er Jahren durch Umbauten und Neuanschaffungen einen neuzeitlichen Betrieb entstehen ließ. Kohlhaas war damals schon sehr fortschrittlich, unter anderem weil er - für die damalige Zeit ungewöhnlich - bereits drei Jahre lang in den USA gearbeitet hatte, unter anderem in einer "Pharmacy" in New York.

So sah ein hinterer Raum der Löwen-Apotheke früher aus. FOTO: privat

Ende der 50er Jahre kam Fritz Janssen aus Weeze für Vertretungen nach Aldekerk, und 1960 pachtete er zusammen mit seiner Frau Gisela die Apotheke. Seine elterliche Bauschreinerei aus Weeze sorgte in Aldekerk für umfangreiche Renovierungen. Weitere Umbauarbeiten folgten in den 80er Jahren. Mittlerweile bereits seit 20 Jahren führt Bernd Janssen jetzt schon diese Apotheke. Er ist damit der zwölfte Apotheker dort, aber der erste, der als Familienmitglied die Nachfolge angetreten ist. 2002 wurde das inzwischen weit mehr als 200 Jahre alte Gebäude kernsaniert. Seit 2006 bildet die Apotheke durch eine neue Straße zum Edeka-Markt ein Bindeglied zwischen Ortskern und der Umgehungsstraße (B 9).

Auf mehr als 160 Quadratmeter erweitert und durch modernste Computersoftware unterstützt, präsentiert sich die Apotheke auf neuestem technischen Stand. Darauf legt der gebürtige Aldekerker großen Wert. "Über dieser Software können wir schnell erkennen, wo welche Ware vorrätig ist, um sie schnell zu bekommen", erklärt Bernd Janssen. Vor allem durch die Vorgaben der Krankenkassen, die sich ständig änderten, sei das zügige Beschaffen der Medikamente und eine entsprechende Lagerhaltung nicht immer einfach.

Ein weiterer Vorteil bilde beispielsweise auch eine eigene App. "Wenn der Patient eine Arztpraxis verlässt, kann er uns mit seinem Smartphone über dieses moderne Kommunikationsmittel mitteilen, was er benötigt. Kommt er dann in die Apotheke, liegt die Ware dann meistens schon für ihn bereit", beschreibt der Apotheker einen Vorteil der modernen Technik, die nach 175 Jahren die Arbeit in seiner Apotheke verändert hat.

Quelle: RP
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