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Geldern
Juwelierüberfall: Beute in sechsstelliger Höhe

Geldern: Juwelierüberfall: Beute in sechsstelliger Höhe
Die Auslagen sind normalerweise deutlich üppiger gefüllt. Viele Schmuckstücke fehlen jetzt für das Weihnachtsgeschäft. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Mit vorgehaltener Pistole stürmen am Montag gegen 10.20 Uhr ein Mann mit drei Komplizen in das Geschäft in der Innenstadt. Blitzschnell räumten sie einige Auslagen leer. Dann flüchteten sie zu Fuß. Fahndung bisher erfolglos. Von Lutz Küppers

Der Chefin und den Mitarbeitern steht  am späten Montagvormittag der Schreck noch ins Gesicht geschrieben. "Ein wenig wackelig sind die Knie doch noch", geben die beiden Verkäuferinnen offen zu. Mehrere Polizisten sind vor allem im Schaufenster damit beschäftigt, Spuren von dem Quartett zu sichern, das hier gerade einen Raubüberfall begangen hat. Im Keller sichtet derweil ein Beamter die Videobänder, auf denen die Täter zu sehen sind. Bahnbrechende Ergebnisse hat das bisher aber noch nicht gebracht.

Nur gut eine Stunde nach dem Überfall erinnert vor dem Juwelier am Gelderner Markt nichts mehr an die Tat. FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Denn laut der Kolleginnen in dem Juweliergeschäft trugen die vier Täter noch nicht mal Handschuhe. Mit den bloßen Händen räumten die Diebe die Auslage leer - offenbar wahllos, wie später in dem Geschäft zu vernehmen ist. Denn einige der sehr teuren Gegenstände bleiben glücklicherweise liegen, während ganz viele, vergleichsweise günstige Eheringe den Weg in den mitgebrachten Rucksack finden.

"Er schrie mich einfach nur mit einem einzigen Wort an", erklärt eine der betroffenen Mitarbeiterrinnen bei einem Beruhigungs-Kaffee in der Küche. "Setzen!", habe er sie angeherrscht. Dann nahm sie die Hände hoch und setzte sich hin. Eine Kollegin aus dem Nebenraum musste sich ebenfalls niederlassen, während die drei anderen Täter noch mit dem Schaufenster beschäftigt waren. Nach einer, vielleicht anderthalb Minuten seien die Verbrecher schon wieder geflüchtet. Sie entkamen mit Beute im sechsstelligen Bereich, wie die Polizei am Dienstag bestätigt.

Zu Fuß, in Richtung Gelderstraße (Kino). Die sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos, wie sich später herausstellt. Verstärkt sind kurzzeitig Polizeifahrzeuge an den Stadtein- und -ausfahrten zu sehen. Wie bei Schloss Haag. Doch auch der Einsatz eines Hubschraubers bringt die Beamten nicht weiter. Auch am Dienstag können die Beamten noch nicht mit neuen Ermittlungserkenntnissen aufwarten.

Die Polizei beschreibt den Haupttäter mit der Pistole als 35 bis 40 Jahre alt, er sprach mit osteuropäischem Akzent, war 1,85 bis 1,90 Meter groß, trug Drei-Tage-Bart, eine dunkle Stoffjacke sowie ein Shirt mit rosafarbenem Element plus grauer Jogginghose. Er hatte die Kapuze über den Kopf gezogen. Der zweite Täter war laut Polizei 35 Jahre alt, etwas kleiner, hatte kurze, dunkelblonde Haare und war mit einer schwarzen Jacke bekleidet und hatte einen ebenfalls schwarzen Rucksack bei sich. Die beiden weiteren Täter waren dunkel gekleidet und hatten ihre Köpfe mit Kapuze oder Baseball-Kappe bedeckt. Nun wartet die Polizei auf den Gerichtsentscheid, die Bilder der Täter veröffentlichen zu dürfen.

Bereits vor einigen Jahren war der alteingesessene Juwelier am Markt das Ziel krimineller Machenschaften. Im November 2001 und im Juli 2002 ereigneten sich hier so genannte Blitzeinbrüche. Zweimal fuhren Täter mit ihrem Auto mir voller Wucht in die Auslagen, nahmen dabei große Verwüstungen in Kauf. Auch im zweiten Fall wurde das Geschäft Opfer dieser Einbruchsmethode.

Immerhin: Im ersten Fall vom November 2001 konnte die Polizei die Täter, die mit hochwertigen Markenuhren entkommen waren, in Wesel schnappen. Im zweiten Fall blieb sie erfolglos.

Quelle: RP
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