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Geldern
Kein Sonntagsverkauf mehr in Veert

Geldern: Kein Sonntagsverkauf mehr in Veert
Schöne Dinge locken und glitzern in den Auslagen - hier an einem verkaufsoffenen Sonntag im Dezember. FOTO: van offern
Geldern. Von verkaufsoffenen Sonntagen in Geldern sollen die Ortschaften - das betrifft konkret Veert - in Zukunft ausgenommen sein. Dafür hat der Hauptausschuss des Rates gestimmt. Allerdings nicht ganz freiwillig: Die bisherige Regelung sei "in der Konsequenz rechtswidrig", erläuterte die Stadtverwaltung. Die Änderung sei nötig, "um einer gerichtlichen Auseinandersetzung in Geldern vorzubeugen".

Bekanntlich zieht die Gewerkschaft Verdi überall gegen nicht korrekt begründete verkaufsoffene Sonntage zu Felde. Laut Gesetz müssen Läden, die öffnen wollen, in einem "engen räumlichen Bezug" zu einer Veranstaltung stehen. Der Stadt Geldern fiel die Problematik beim Reisemobilfest im Frühjahr auf die Füße. Bisher hatten dabei beispielsweise Baumarkt und Möbelmarkt in Veert stets geöffnet.

Man könne nun nicht einfach so weitermachen, erklärte Bürgermeister Sven Kaiser. Sonst könnte Verdi die Stadt kurzfristig vor so einem Fest verklagen, mit der Folge, dass die Läden dann zum fraglichen Termin nicht nur in Veert, sondern überall zu bleiben müssten.

Diskussionsstoff gab es um grundsätzliche Fragen. Norbert Hayduk (Die Linke) machte klar, dass er vom Sonntagsverkauf generell nichts hält: "Irgendwie versteht in unserer Fraktion überhaupt keiner, welche Dinge man am Sonntag kaufen muss", sagte er. "Das müssen wir nicht weiter treiben."

Das sei aber nicht unbedingt im Sinne der Betroffenen, hielt Bürgermeister Kaiser dagegen. Viele Verkäufer arbeiteten an so einem Sonntag ganz gerne. Die Unternehmer hätten wirklich bessere Umsätze. Und man stehe auch in Konkurrenz zu Venlo, wo jeder ständig sonntags einkaufen könne. Fazit: Er wisse nicht, ob Verdi da wirklich aus Arbeitnehmersicht spreche.

Hejo Eicker (SPD) wollte nun das wiederum nicht einfach stehen lassen. "Es ist schon etwas komplizierter", protestierte er. Es gehe auch "um den grundgesetzlichen Schutz der Sonntagsruhe". Also nicht nur um Unternehmer- oder Arbeitnehmerinteressen.

Nach der Beratung im Ausschuss steht die formelle Entscheidung zum Thema noch aus. Der Stadtrat soll sie Donnerstag fällen.

(szf)
 
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