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UNSERE WOCHE
Keine Freude an Landesplänen

Geldern. Landesentwicklungsplan, Regionalplan - sperrige Wörter aus der Behördensprache, bei der auch viele Kommunalpolitiker die Augen verdrehen. Denn die Beschäftigung mit diesen Mammutwerken bedeutet jede Menge Arbeit, weil die Begriffe zwar sperrig sind, die Pläne aber ganz genau geprüft werden müssen, denn sie bestimmen, wohin die Reise einer Region in den nächsten Jahrzehnten gehen soll.

Und am Flughafen Weeze wird man von der neuen Landesplanung, die jetzt bekanntgeworden ist, nicht gerade begeistert sein. Zunächst scheiterten die Verantwortlichen mit den Vorstoß, den Airport im Landesentwicklungsplan (LEP) als landesbedeutsam einstufen zu lassen - trotz politischer Unterstützung von allen Seiten auf lokaler Ebene.

Weeze blieb im LEP nur regionalbedeutsam und damit aus Sicht von Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber nur ein Flughafen zweiter Klasse, obwohl Weeze längst Münster / Osnabrück überholt hat, der wiederum als landesbedeutsam eingestuft ist. Damit könnten Entwicklungen des Flughafens auf Dauer behindert werden, befürchtet van Bebber.

Welche Auswirkungen ein neuer Eintrag im Regionalplan haben könnte, kann er derzeit noch gar nicht abschätzen. Wird der Entwurf wie vorgelegt verabschiedet, gibt es eine erweiterte Lärmschutzzone für den Airport.

Die reicht von Weeze aus bis nach Kevelaer-Winnekendonk. Bebauung wäre in diesem Bereich künftig tabu. Für den Flughafen würde das zudem bedeuten, dass alle, die in dieser Zone wohnen, überprüfen lassen können, ob sie Anrecht auf zusätzlichen Lärmschutz haben. Die Kosten dafür müsste der Flughafen übernehmen.

Was das konkret bedeuten wird, kann derzeit keiner vorhersagen. Fest steht auf jeden Fall, an den Landesplänen wird der Flughafen wenig Freude haben.

sebastian.latzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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