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Issum
Keine großen Geschäfte auf Vogt-von-Belle-Platz

Issum: Keine großen Geschäfte auf Vogt-von-Belle-Platz
FOTO: Stoffel Arnulf
Issum. Die Fläche wird nicht in den zentralen Versorgungsbereich für den Ortskern Issum einbezogen. Großflächiger Einzelhandel wird sich dort also nicht ansiedeln dürfen. Kleine Läden sollen aber möglich bleiben. Von Antje Seemann

Die Gemeinde Issum hat aktuell einige große Bauprojekte vor der Brust. Eines davon ist die Umgestaltung des Platzes "An de Pomp" zum zentralen und belebten Ortskern. Dafür soll ein Gebäude an der Gelderner Straße abgerissen werden, um einen Zugang von da zu schaffen. Neuer Boden, neue Lampen und neue Bäume sind zum Beispiel geplant.

Auch der Vogt-von-Belle-Platz verändert sich gerade: Hier laufen die Bauarbeiten zur Erweiterung des Wohlfühlhauses. Der Platz war vor einiger Zeit auch noch als möglicher Ortskern im Gespräch. Besonders die SPD-Fraktion war dafür, den Von-Belle-Platz zu entwickeln und dort auch einen Supermarkt zu ermöglichen.

Aus diesen Plänen wird allerdings erst mal nichts. Der Issumer Rat hat den Platz noch mal auf die Agenda gesetzt. Denn mit dem Anbau des Wohlfühlhauses ist die Entwicklung des Einzelhandels in Issum noch einmal hinterfragt worden. Dabei haben die Fraktionen FDP und CDU mehrheitlich entschieden, dass der Vogt-von-Belle-Platz nicht in den zentralen Versorgungsbereich für den Ortskern Issum einbezogen wird. Außerdem soll die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel nicht weiter verfolgt werden. Das betrifft Läden mit einer Fläche von mehr als 1200 Quadratmetern pro Geschoss. Die dürfen sich in den kommenden zehn bis 15 Jahren dort nicht ansiedeln.

In einem Grobkonzept hatte eine Firma schon einen Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 2000 Quadratmetern erarbeitet. So ein Grundstück hätte laut Verwaltung aber nur auf dem Grundstück, auf dem sich die Tennisanlage befindet, gebaut werden können. Der Pachtvertrag dafür läuft allerdings bis Ende 2029. Ein weiteres Problem wären wohl die Parkplätze geworden, die für so einen Supermarkt nötig gewesen wären. Hier geht die Verwaltung von 120 Stellplätzen aus. Durch die Erweiterung des Wohlfühlhauses fällt außerdem einiges an Fläche auf dem Platz weg. Und so hätte man dann da nur noch rund 50 Parkplätze.

Das wären zu wenig - große Veranstaltungen, wie etwa die Kirmes hätten so nicht mehr in ihrer gewohnten Form auf dem Platz stattfinden können. Issum habe bereits drei Märkte, die sich alle außerhalb des zentralen Versorgungsbereiches befinden. Gemäß dem Einzelhandelskonzept für den Ortsteil Issum ist damit kein Bedarf an zusätzlichen nahversorgungsrelevanten Sortimenten gegeben. "Eine Ansiedlung eines SB-Marktes würde zu Lasten der bestehenden Märkte gehen", mahnt die Verwaltung.

Der SPD ging der Beschlussvorschlag, den Vogt-von-Belle-Platz nicht mehr in den zentralen Versorgungsbereich mit einzubinden, allerdings zu weit. Die Fraktion war dafür, den Platz doch einzubinden, um so auch in Zukunft zumindest kleine Geschäfte ausdrücklich zu ermöglichen. "Kleiner Einzelhandel sollte möglich sein. Das würde sich auch positiv auf den Ortskern auswirken", sagte Fraktionsvorsitzender Jochen Lischewski in der Ratssitzung. "Wir müssen nur darauf achten, dass sich hier kein großflächiger Einzelhandel ansiedelt." Mit dem nun gefassten Beschluss, den Vogt-von-Belle-Platz beim Versorgungsbereich außen vor zu lassen, könnte es grundsätzlich auch kleiner Einzelhandel schwer haben, sich dort anzusiedeln, heißt es aus der Fraktion.

Still wird es auf dem Vogt-von-Belle-Platz aber auch nicht, wenn der Anbau vom Wohlfühlhaus fertig ist. Danach will die Gemeindeverwaltung den ersten Bauabschnitt der Parkplatzanlage umsetzen. Weitere Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen.

Quelle: RP
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