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Gelderland
Keiner muss mehr im Regen stehen

Gelderland: Keiner muss mehr im Regen stehen
Wilfried Bosch (rechts vorne) vom Vorstand der Volksbank an der Niers, Sabine Ehinger (r.) und Dirk Verheyen (l.) von der Voba und die erfolgreichen Projektteilnehmer. FOTO: van Offern
Gelderland. Gleich drei Vereine können erfolgreiche Projekte feiern. Der SV Issum, der Spielmannszug Blau-Weiß Hartefeld und die Kervenheimer Pfadfinder punkteten dank Niersfunding und erfüllten sich dadurch Wünsche. Von Bianca Mokwa

Der Hilferuf wurde erhört. "Lasst Blau-Weiß nicht im Regen stehen" lautete die Aufforderung des Hartefelder Spielmannszugs. Die Mitglieder brauchten dringend neue Regenjacken. Denn nicht immer scheint die Sonne, wenn die Musiker bei Auftritten durch die Straßen ziehen. Um das Ziel zu erreichen, nutzte der Hartefelder Verein die Internetplattform Niersfunding. Dort stellten sie ihren Wunsch nach Unterstützung ins Netz. Wer sich berufen fühlte, den Verein zu unterstützen, konnte Geld spenden. Dank 72 Unterstützern kamen so 1645 Euro zusammen.

"Das ist eine feine Sache gewesen", sagt Tambourmajor Friedhelm van de Laak. Vor allem, weil die Volksbank an der Niers nicht nur die Internetplattform stellt, sondern zu jeder Spende ab fünf Euro noch zehn Euro obendrauf gibt. "Das ist auch für die Spender ein Anreiz", sagt Frank Wanner vom SV Issum. Der Verein hatte ebenfalls keine Lust mehr auf Regen. Auf der Mitgliederversammlung im Oktober sei die Idee aufgekommen, den Spielermüttern etwas Gutes zu tun. Die feuern nicht nur bei Wind und Wetter die Kinder an, sondern sorgen auch mit Muffins, Würstchen und Getränken für das leibliche Wohl. "Ich weiß nicht, ob wir ohne das Niersfunding auf die Idee gekommen wären, das Projekt zu verwirklichen", gibt Wanner zu. Aber das Mitmachen hat sich gelohnt. 1595 Euro sind so zusammengekommen, für ein festes Dach über den Köpfen der Spielermütter. Das improvisierte Zeltdach hat endlich ausgedient.

Eine Verschönerung von innen und außen wünschten sich die Pfadfinder Kervenheim für ihr Vereinsheim. Der ehemalige Geschäftsstellenleiter der Volksbank in Kervenheim, Dirk Verheyen, erinnert sich noch gut daran, mit wie viel Elan die Pfadfinder an die Sache herangegangen sind. Beeindruckt ist er auch von der starken Vereinsgemeinschaft im Ort. Denn unterstützt wurden die Pfadfinder finanziell von sämtlichen Vereinen des Ortes. "Die Zeit, als wir dachten: ,Schaffen wir das überhaupt?', die gab es", beschreibt Elke Fraszczak eine Durststrecke bei der Finanzierungsphase. Wenn das Projekt einmal steht, genug Fans generiert wurden, haben die Vereine 90 Tage Zeit, um Geld zu sammeln. "Wir haben dann noch einmal bewusst Leute angesprochen", beschreibt die Vorsitzende des Fördervereins der Pfadfinder, wie die Durststrecke überwunden wurde. Mehr als überwunden. Es kam mehr Geld zusammen als zunächst angesetzt war. Das gilt auch für die Projekte vom SV Issum und Blau-Weiß Hartefeld. Alle haben dank der Unterstützer über 100 Prozent Erfolgsquote zu verzeichnen. Das Pfadfinderheim in Kervenheim ist mittlerweile angestrichen. Das Innenarchitektenteam aus Tochter Alina Fraszczak, Stefanie Janßen und Claudia Peters hat ganze Arbeit geleistet.

Für Wilfried Bosch vom Vorstand der Volksbank an der Niers hat diese Art der Förderung sehr viel mit Wertschätzung zu tun. Gerade dass sich viele Menschen für die Projekte der Vereine begeistern und diese unterstützten, gebe den Vereinen einen Wert. "Es ist für unsere Gesellschaft ganz wichtig, dass das Ehrenamt weiter gefördert wird", mahnt Bosch. Das Niersfunding schaffe es, die niederrheinische Vereinslandschaft mit neuen, digitalen Möglichkeiten zusammenzuführen.

Quelle: RP
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