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Kerken
Kerken will Häuser für Flüchtlinge bauen

Kerken: Kerken will Häuser für Flüchtlinge bauen
Solche Blockhäuser wie in Sevelen (oben) könnten schon Ende des Jahres in Kerken stehen. Den Adlersaal als Unterkunft will man vermeiden. FOTO: Seybert
Kerken. Um schnell Unterkünfte für Asylbewerber schaffen zu können, hat sich der Rat zu einer Sondersitzung getroffen. Dabei wurden verschiedene Möglichkeiten besprochen. Der Adlersaal ist wohl vom Tisch. Von Antje Seemann

Die Suche nach Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen, geht in Kerken in die nächste Runde. In einer Sondersitzung hat die Verwaltung den Politikern mehrere Optionen vorgestellt. Konkret entschieden ist aber weiterhin vorerst nichts. "Das sind Überlegungen, wie diese Aufgabe gestaltet werden kann", sagt Rainer Hufschmidt von der CDU-Fraktion. "Wir besprechen das jetzt in der Fraktion. Aber noch ist es viel zu früh für eine Entscheidung."

Allerdings sind der Adlersaal und die Turnhalle in Nieukerk als Sammelunterkünfte wohl vom Tisch. Allein die Gebäude als Möglichkeiten zu nennen, hatte für Aufregung gesorgt. Dass es dazu aber wirklich kommt, glaubt Bürgermeister Dirk Möcking nicht: "Das war nur eine Auflistung aller Möglichkeiten, die wir haben. Aber den Adlersaal und die Turnhalle als Unterkünfte will ich natürlich vermeiden."

Stattdessen setzt die Gemeinde darauf, dass im neuen Teil der Via Stenden als kurzfristige Zwischenlösung Flüchtlinge unterkommen. Die hat die Bezirksregierung Düsseldorf als landeseigene Unterkunft geschlossen. Einer der Gründe waren Brandschutzauflagen. Mittlerweile habe es zwischen der Gemeinde und dem Kreis Kleve als zuständige Brandschutzbehörde ein "gutes und konstruktives Gespräch" gegeben, sagt Möcking: "Da geht es zum Beispiel um die Notstromversorgung und um Brandschutztüren. Jetzt müssen wir gucken, was es kostet, den Teil der Via Stenden zu ertüchtigen und dann wird das politisch entschieden."

Sollte es dazu kommen, hätte Kerken mehr Zeit, andere Unterkünfte zu schaffen. Dann kämen als langfristige Lösung Häuser in Massivbauweise in Frage - etwa Doppelhaushälften. Die zu bauen würde zwar länger dauern, nämlich bis zu zwölf Monaten, und würde unter Umständen auch etwas teurer sein. Dafür sei diese Variante nachhaltig, sagt Möcking: "Das sorgt für eine bessere Integration. Und da könnten die Flüchtlinge auch langfristig bleiben. Oder wir können das später als sozialen Wohnbau oder ganz normale Häuser anbieten. Unser Architekt hat das so geplant, dass die Gemeinschaftsräume später zu einem normalen Esszimmer umfunktioniert werden können."

Stehen könnten die Doppelhaushälften zum Beispiel auf dem Grauelsweg oder Am Weinberg. "Hier gibt es einen entsprechenden Bebauungsplan und auch Wasser und Kanal sind vorhanden", sagt Möcking. Außerdem gebe es jeweils ein Gebäude in Aldekerk und in Nieukerk, mit deren Besitzern die Gemeinde Gespräche führt.

Zur Sicherheit informiert sich Kerken aber auch noch über die Variante Blockbohlenhäuser. Denn wenn es mit der Via Stenden doch nicht klappt, muss die Gemeinde schnell andere Möglichkeiten parat haben. Die Holzhäuser haben sich in einigen Gemeinden schon als gute Lösung dafür erwiesen - etwa in Sevelen auf dem Koetherdyck. Und von den Erfahrungen dort will man in Kerken profitieren. Möcking: "Da fahren wir nächste Woche hin und unterhalten uns vor Ort mit dem Fachpersonal aus Issum."

Sollte sich die Politik in Kerken für die Holzhäuser entscheiden, könnten die schon Ende des Jahres fertig sein. Mögliche Standorte wären zum Beispiel die Oststraße oder Am Aermen Düwel. Hierfür hat die Gemeinde beim Kreis Kleve schon eine Bauvoranfrage gestellt, "um später keine Zeit zu verlieren", erklärt der Bürgermeister.

Doch seien die Überlegungen alle noch am Anfang. "Wenn sich konkrete Standorte anbieten, werden wir natürlich die Bürger informieren und dann muss auch die Politik noch entscheiden", sagt der Verwaltungschef. Die Zeit drängt dabei: Im Oktober könnte Kerken die ersten Flüchtlinge zugewiesen bekommen. Daher soll es im Sommer eine weitere Ratssondersitzung geben.

Quelle: RP
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