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Geldern
Kindergarten St. Lucia wird 50 Jahre alt

Geldern: Kindergarten St. Lucia wird 50 Jahre alt
Über lange Jahre zählte das Schützenfest des Kindergartens zum Höhepunkt im Jahr. Der "kleine Königsthron" wurde wie bei den Bruderschaften feierlich am Wohnhaus abgeholt. FOTO: Privat
Geldern. Vieles hat sich in dem halben Jahrhundert verändert - einiges ist gleich geblieben. Ehemalige Erzieherinnen berichten von früher. Eltern erzählen, was sie an der heutigen Einrichtung schätzen - zum Beispiel die flexiblen Betreuungszeiten. Von Monika Kriegel

Im Grunde, so viel sei vorab zum Jubiläum zu erklären, besteht die Einrichtung Kindergarten seit mehr als einem Jahrhundert im Ort. Dass der St.-Lucia-Kindergarten am Meusweg das 50-Jährige am Sonntag, 19. April, feiert, hänge, so die Leiterin der Einrichtung Gerda Aben, mit der Fertigstellung des Um- und Anbaus zusammen. Alles in kindgerechter Kniehöhe, Wickeltische, ruhige, kleinere Rückzugsräume - diese Elemente bilden die Basis für geänderte Anforderungen einer zeitgemäßen Einrichtung, die Unter-Dreijährige aufnimmt.

Die alte Turnstange im Außengelände gehörte zum Angebot in den Anfängen des St.-Lucia-Kindergartens. FOTO: Privat

Wie sehr sich die Arbeit mit dem Nachwuchs in einem halben Jahrhundert veränderte, davon kann Maria Friesen erzählen. Die Lüllingerin, inzwischen dreifache Großmutter, eröffnete 1968 die dritte Gruppe mit mehr als 30 Dreijährigen und älter. "Wir hatten deutlich weniger Material und Spielgeräte. Es gab das Freispiel, Stuhlkreis, gemeinsames Frühstück, und die Kinder spielten in Kleingruppen miteinander", so die Kinderpflegerin. "Es war nicht selten, dass drei bis vier Kinder aus einer Familie in einer Gruppe untergebracht waren. Dass die Mütter im Vergleich zu heute nicht berufstätig waren, kann ich eigentlich nicht gegenüberstellen, denn es gab viele Gartenbaubetriebe und Bauernhöfe, bei denen jede Hand gebraucht wurde. Unser Manko damals: Es gab noch keine Turnhalle, und wir sind zum Sport zur Grundschule gelaufen."

Karin Mathias aus Kevelaer gehörte ebenfalls zu den Erzieherinnen, die unter der Leitung von Ordensschwester Theotrudis arbeitete. "Die Schwester konnte nie 'Nein' sagen, wenn die Eltern vorsprachen, ihr Kind im Kindergarten unterzubringen. Manchmal gab es bis zu 35 Kinder in einer Gruppe. Ich weiß noch, dass wir nicht allein für die Kleinen da waren, sondern auch alle anfallenden Arbeiten übernehmen mussten." Dazu gehörte auch das Putzen der Räume. Eine kleinen Einschnitt in der Zahl der Kinder habe es kurze Zeit gegeben, als der monatliche Beitrag für ein Kind auf zehn Mark heraufgesetzt wurde.

Einer jüngeren (Kindergarten)-Generation weiter gehörten Irmgard und Robert Büsch an. Die Eltern des fünfjährigen Felix haben direkte Vergleichsmöglichkeiten, weil sie selbst eine Zeit im Lucia-Kindergarten verbracht hatten. "Ich habe gerne in der Puppenecke gespielt", so die Walbeckerin. Ihr Mann weiß, dass die Jungen sich öfter gerangelt hatten, wer die Bauecke besetzen durfte. "Unser Felix ist ein Draußen-Kind. Es ist beeindruckend, was die Erzieherinnen beim individuellen Spiel alles mitbekommen. Wenn sie mir im Elterngespräch kleine Anekdoten erzählen, habe ich oft gedacht: Ja, das ist mein Kind", so die berufstätige Mutter. Das spreche für die Kompetenz des Personals, das Stärken und Schwächen früh erkenne, inzwischen auf lückenlose Dokumentation setze.

Was die Mutter am Ablauf des Kindergartens aktuell schätzt: "Die flexiblen Zeiten von 24 bis 45 Wochenstunden, die nach Bedarf gebucht werden können: Ebenso die Möglichkeit der Über-Mittag-Verpflegung und -betreuung. Wenn ich nach der Arbeit meinen Felix abhole, muss ich nicht noch kochen. Wir gestalten entspannt den Nachmittag." Hinzu komme, dass für Felix als angehendes Schulkind viele Aktionen anstehen: Turnen mit den Grundschülern und ein Waldtag mit dem 1. Schuljahr. "Meine Meinung: Felix bleibt behütet und gewinnt an Selbstbewusstsein."

Quelle: RP
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