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Geldern
Knöllchen trotz Parkschein

Geldern: Knöllchen trotz Parkschein
Da der Parkschein umgedreht auf dem Armaturenbrett lag und durch die Überwachungskraft nicht zu lesen war, gab es ein Knöllchen. RP-Archiv: Büllesbach FOTO: Stephan Büllesbach
Geldern. Da kannte das Ordnungsamt keine Gnade: Das Parkticket lag auf der Rückseite - offenbar war es beim Zuschlagen der Türen verweht. Obwohl er den Parkschein nachreichte, muss ein Fahrer zahlen. 

Familienvater Christoph Moormann ist sauer auf die Stadt Geldern. Nicht, weil er ein "Knöllchen" bekommen hat. Sondern, weil er es bezahlen musste, obwohl er tatsächlich einen Parkschein gelöst hatte. "Kleinkariert" und "spießbürgerlich" findet er, was er in Geldern erlebt hat.

Der 46-Jährige wohnt in Osnabrück, war aber als Schulseelsorger in der Region tätig: "Ich habe lange in Wesel gelebt und bin immer gerne nach Geldern gefahren", erzählt er. Im April tat er das mit seiner Frau und den drei Kindern. Man kaufte ein, wollte ein Eis essen gehen. Der Wagen wurde abgestellt, ein Parkschein gezogen, auf dem Armaturenbrett platziert. "Und dann, beim Rausholen des Kinderwagens muss es wohl passiert sein: Da hat wohl der Wind den Zettel umgedreht", rekonstruiert Moormann.

Als die Familie zurück kam, fand der Vater ein Ticket unterm Scheibenwischer und sah den Parkzettel mit der Rückseite nach oben liegen. Moormann rief bei der Stadtverwaltung an und bot an, den Schein nachzureichen. In diesem Gespräch fühlte er sich bereits sehr von oben herab behandelt: Das Knöllchen sei "Lehrgeld", habe er sich sagen lassen. Er solle es doch einfach bezahlen. "Was ich gelernt habe, ist: In Geldern nicht anhalten", grollt Moormann. Später hieß es, er könne den gültigen Beleg ja einschicken und schriftlich um Erlass bitten.

Das tat Moormann - und bekam als Antwort prompt wieder eine Ablehnung. Das fand der 46-Jährige nun vollends nickelig: "Wie fies", findet er. "Da lassen sie mich erstmal noch zappeln, lassen mich hinschreiben, und dann sagen sie: Nein, jetzt erst recht nicht."

Die Stadt Geldern betont, man bedaure, dass Moormann sich schlecht behandelt fühlte. Grundsätzlich müssten Parkscheine richtig ausliegen. Fänden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes aber in einem Wagen unleserliche Scheine, notierten sie das. Wenn der Fahrer dann rechtzeitig zurückkomme, "lassen sich die Kollegen den Parkschein an Ort und Stelle zeigen, und die Angelegenheit ist erledigt", so Sprecher Herbert van Stephoudt.

Das gelte aber nur, "wenn die Verkehrsüberwachungskraft den Fahrzeugführer noch antrifft". Ansonsten könnte sich ein Parksünder sein Ticket ja nachträglich irgendwie besorgen - ein weggeworfenes vom Boden auflesen zum Beispiel.

"Selbstverständlich unterstellt niemand Herrn Moormann dieses Verhalten", betont van Stephoudt. Aber man habe nun mal diese klare Regel. Ausnahmen gebe es da nicht.

(szf)
 
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