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Geldern
Kolping sucht noch Plätze für Container

Geldern: Kolping sucht noch Plätze für Container
Mit mehr Altkleidercontainern ließen sich auch mehr Einnahmen generieren - davon ist Bodo Palixa von der Kolpingsfamilie Geldern überzeugt. Aber dazu braucht es geeignete Standorte. FOTO: Seybert
Geldern. Der Verband möchte mehr Altkleider-Sammelbehälter aufstellen. Immerhin fließen die Gewinne in gute Zwecke. Die Stadt sagt Hilfe zu, erklärt aber: Kommunale Flächen kommen dafür nicht in Frage. Von Sina Zehrfeld

Altkleider-Container sind eine einigermaßen lohnende Einnahmequelle. 14 solcher Sammelbehälter hat die Kolpingsfamilie Geldern übers Stadtgebiet verteilt, "in der Regel auf kirchlichem Gelände, neben Kindergärten und so weiter", erklärt Vorstandsmitglied Bodo Polixa. Pro Jahr komme dadurch insgesamt "ein guter vierstelliger Betrag" in die Kasse der Organisation.

Das Geld stecke die Kolpingsfamilie in caritative Arbeit. "Im Moment leisten wir sehr viel in der Flüchtlingshilfe", so Polixa. Besonders teuer wird's, wenn die Organisation sich um die Einrichtung von Wohnraum für Geflüchtete kümmert. Und andere soziale Aufgaben würden daneben auch nicht vergessen.

Mit mehr Altkleidercontainern ließen sich auch mehr Einnahmen generieren, ist er überzeugt. Aber dazu braucht es geeignete Standorte. "Wir wünschen uns, dass die Stadt Plätze freigibt, so dass man vielleicht noch zehn Container hinstellen kann im ganzen Stadtgebiet", sagt Polixa. An den Stellen, an denen sich Glascontainer befinden beispielsweise, da würde doch jeweils noch ein Altkleidersammler nicht stören, meint er. Auch Parkplätze könnte man ins Auge fassen.

Eine Idee, die die Stadt Geldern allerdings ablehnt, und zwar aus grundsätzlichen Erwägungen. Altkleidercontainer dürften allein auf Grundstücken in privatem Besitz aufgestellt werden. "Wir wollen die nicht auf öffentlichen Flächen haben - auch nicht von anderen Anbietern, und auch nicht von caritativen Anbietern", macht Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt klar.

Andernfalls ließe sich schwerlich Gerechtigkeit herstellen, erläutert er. Denn Anfragen für Genehmigungen gebe es reichlich, und die Kolpingsfamilie ist nicht die einzige Organisation, die caritative Ziele geltend machen könnte. Wem sollte man das Recht gewähren, wem sollte man es verweigern? "Da müssen wir eine Linie finden", so van Stephoudt. Und die heißt: Städtischer Grund und Boden ist tabu.

Das heiße aber nicht, dass die Stadt nicht helfen wolle, sofern es wie im Fall der Kolpingsfamilie um gute Zwecke geht. "Die Wirtschaftsförderung hat angeboten, dass sie für Kolping Gespräche mit den Eigentümern möglicher Standorte führen wird", sagt van Stephoudt. Schließlich habe man Kontakte zu Firmen, die möglicherweise eine geeignete Ecke auf ihrem Gelände anbieten könnten.

Die Kolpingsfamilie selbst hat da bislang eher schlechte Erfahrungen gemacht, legt Polixa dar. Unternehmen stellten ihre Flächen lieber irgendwelchen Altkleidervermarktern gegen Geld zur Verfügung als gemeinnützigen Vereinen. Firmen wie der Baumarkt Vos in Veert, der einen Kolping-Kasten bei sich stehen lässt und andere Anwärter dafür sogar schon zurückgewiesen habe, seien die absolute Ausnahme.

Was nicht nur die Kolpingsfamilie, sondern auch die Stadt ärgert, sind Sammel-Firmen, die ihre Behälter ohne Genehmigung platzieren und darauf hoffen, dass es niemand bemerkt. Da gab es schon Fälle von bemerkenswerter Dreistigkeit, berichtet van Staphoudt. Es sei sogar vorgekommen, dass die Stadt die "illegalen" Container selbst wegschaffen und auf dem Bauhof einlagern musste, weil der Unternehmer alle Aufforderungen ignorierte.

Quelle: RP
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