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Geldern
Kraft besucht Gelderner Krankenhaus

Geldern: Kraft besucht Gelderner Krankenhaus
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, der SPD-Landratskandidat (3. von links) und der SPD-Bürgermeisterkandidat Jörg Grahl (5. von rechts) diskutierten mit Vertretern des St.-Clemens-Hospitals rund um das Thema Gesundheit und ärztliche Versorgung in der Region. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin informierte sich gestern über die medizinische Versorgung in der Region. SPD-Bürgermeisterkandidat Grahl und SPD-Landratskandidat Franken als Begleitung. Offenes Ohr für Sorgen. Von Michael Klatt

Hannelore Kraft ließ manchen lächeln gestern bei ihrem Besuch im St.-Clemens-Hospital. Zum Beispiel Christoph Weß. "Wir haben ein offenes Ohr gefunden für unsere Sorgen und Nöte", berichtete der kaufmännische Direktor des Gelderner Krankenhauses nach dem Gespräch mit der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin. SPD-Bürgermeisterkandidat Jörg Grahl und SPD-Landratskandidat Jürgen Franken freuten sich über die prominente Unterstützung im Wahlkampf. Wobei Grahl die medizinische Versorgung in und um Geldern schnell eingehender thematisierte.

Zum Beispiel die aus seiner Sicht katastrophale Situation, was die Internetverbindungen vom Clemens-Hospital, aber auch von Gelderland-Klinik und See-Hotel betrifft. "Man muss miteinander kommunizieren können, zum Beispiel Röntgenbilder verschicken", ergänzte Weß. Wünschenswert sei zudem ein freies W-Lan für Patienten. Zwei Gewerbebetriebe denken laut Grahl darüber nach, wegen der besseren Breitbandversorgung nach Issum umzuziehen. "Schnelleres Internet gehört zuerst in Gewerbegebiete, denn da geht es um Arbeitsplätze", betonte die Ministerpräsidentin.

"Die Bevölkerung nimmt unser Angebot gut an", schilderte kaufmännischer Direktor Weß die Position des Clemens-Hospitals. Es behandle in diesem Jahr 650 Fälle mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. In diesem Jahr wird das Krankenhaus etwa 1000 Geldernern auf die Welt geholfen haben. "Das macht uns stolz", sagte Weß, der auf den Status des Hospitals als "Generationenkrankenhaus" - von der Pädiatrie bis zur Geriatrie - hinwies. Mit dem Beitritt zum Hausärzteverbund sei kürzlich ein neuer Baustein hinzugekommen.

Franken wies auf die Vernetzung der Kliniken untereinander hin. Zum stärkeren Betonen eines Kreisgefühls gehöre die haus- und fachärztliche Versorgung. Im Kreis sei eine weitere Kooperation in der Kardiologie angedacht. Um die Wartezeiten von sechs bis acht Monaten vehement abzubauen, müssten die Kompetenzen in Geldern gestärkt werden. Auch sei der Notdienst an die Krankenhäuser anzudocken. "Das ländliche Gebiet hier ist besonders, deshalb müssen wir besondere Antworten suchen."

Ein Hausärztezentrum in Geldern hätte laut Grahl ein Alleinstellungsmerkmal. Wie berichtet, ist das alte Finanzamt dafür im Gespräch. Nicht erfreut reagierte der SPD-Bürgermeisterkandidat darauf, dass dieses Gebäude am Südwall nun auch mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Zusammenhang gebracht wird. Er plädierte dafür, die Flüchtlingsproblematik nicht mit der Hausärzteversorgung aufzurechnen, das seien zwei getrennte Bereiche. Auch eigneten sich solche komplexen und mehrdimensionalen Themen nicht für schnelle Vorstöße im Wahlkampf.

Alle Ratsfraktionen hat das Clemens-Hospital nach Auskunft von Weß wegen der benötigten 27 Millionen Euro für Gebäudesanierungen kontaktiert. Wegen einer Stadtbürgschaft seien alle Informationen ausgetauscht. "Derzeit werden die Unterlagen geprüft."

Um ein Austarieren im Lande geht es nach Ministerpräsidentin Kraft beim Krankenhausplan. Dabei könne nicht jeder Wunsch erfüllt werden.

Quelle: RP
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