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Gelderland
"Krankenhäuser auf Brand vorbereitet"

Gelderland: "Krankenhäuser auf Brand vorbereitet"
Bei einem Einsatz vor einiger Zeit am Marienhospital zeigte die Feuerwehr, dass sie auf solche Fälle vorbereitet ist. FOTO: van Offern
Gelderland. Nach dem Feuer in einem Hospital in Bochum stellt sich die Frage, wie die hiesigen Einrichtungen für einen solchen Fall aufgestellt sind. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass diese Einsätze in Kevelaer und Geldern gut funktionieren. Von Sebastian Latzel

Der spektakuläre Brand im Bochumer Krankenhaus wird von den Verantwortlichen im Gelderland aufmerksam verfolgt. "Wir schauen ganz genau drauf, was da passiert. Wichtig für uns ist vor allem, die Ursache für den Großbrand zu erfahren", erläutert Kreisbrandmeister Rainer Gilles. Dann könne man eventuell Schlüsse daraus für die Situation an den hiesigen Krankenhäusern ziehen.

Der Brand in Bochum sei jetzt aber kein Anlass, die Brandschutzpläne auf den Prüfstand zu stellen. "Die Krankenhäuser hier bei uns sind gut vorbereitet, es liegen detaillierte Notfallpläne für den Ernstfall vor", sagt Gilles. Regelmäßig gebe es auch Übungen, um die Abläufe in einem solchen Fall zu automatisieren. "Wichtig ist dann vor allem, dass die einzelnen Schritte ineinandergreifen." Für jedes Hospital liegen bei der Feuerwehr detaillierte Objektpläne vor, so dass die Einsatzkräfte über die Situation genau im Bilde sind.

Großbrand in Bochumer Uniklinik FOTO: ANC-NEWS

Dass das funktioniert, hat sich vor einiger Zeit erst in Kevelaer gezeigt. Da hatte es einen Brandalarm im Marienhospital gegeben. Eigentlich war an dem Abend eine Übung der Feuerwehr an anderer Stelle geplant. Als sich herausstellte, dass hier ein Ernstfall vorlag, reagierten die Einsatzkräfte schnell und rückten zum Marienhospital aus. Im Keller des Krankenhauses waren mehrere Waschmaschinen auf Hochtouren heiß gelaufen. Dabei hatte sich Wasserdampf gebildet, der den Brandalarm ausgelöst hatte. Die Feuerwehr hatte die Lage schnell unter Kontrolle.

Dass auch die Evakuierung eines Krankenhauses funktioniert, hatte sich vor zwei Jahren gezeigt. 2014 musste das Clemenshospital in Geldern gleich zweimal kurz hintereinander geräumt werden, weil eine Fliegerbombe gefunden worden war. "Das hat reibungslos funktioniert", berichtet Christoph Weß, Kaufmännischer Direktor des Krankenhauses. Die Patienten waren in Schulen und Turnhallen gebracht worden, dort hatten die Helfer ein provisorisches Ersatzkrankenhaus eingerichtet. "Beim Brandschutz haben wir ein hohes Niveau", sagt Weß, zudem sei die Situation in Geldern anders als in Bochum. Dort sei ein großer Gebäudekomplex betroffen. In Geldern gebe es verschiedene Gebäudeteile. Bei einem Brand sei es dann durchaus möglich, einen Brandabschnitt so abzuriegeln, dass andere Bereiche nicht geräumt werden müssen. "Nach dem Großbrand in Düsseldorf vor einigen Jahren ist alles noch einmal genau überprüft und geschaut worden, was man daraus für Schlüsse zieht." Es gebe regelmäßige Brandschutzkontrollen, das Krankenhaus sei für einen solchen Fall gut aufgestellt.

Großbrand im Uniklinikum Bergmannsheil in Bochum

"Wir haben für jedes unserer vier Krankenhäuser ein individuell abgestimmtes Brandschutzkonzept", erläutert Christian Weßels, Sprecher der Katholischen Karl-Leisner Trägergesellschaft, zu der die Krankenhäuser in Kevelaer, Goch, Kalkar und Kleve gehören. "Die Konzepte decken sowohl bauliche, technische als auch organisatorische Aspekte ab - von Fluchtwegen über die Beschaffenheit des Mobiliars bis zur regelmäßigen Schulung der Mitarbeiter."

Quelle: RP
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