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Geldern
Küppers-Gelände wird Wohngebiet

Geldern: Küppers-Gelände wird Wohngebiet
Die ehemaligen Produktions- und Verwaltungsgebäude der "Firma Küppers Tiefkühlkost" in Kapellen. FOTO: szf
Geldern. Das Areal der Firma "Küppers Tiefkühlkost" verwahrlost seit Jahren. Das Insolvenzverfahren war ins Stocken geraten. Jetzt endlich ist der Kaufvertrag unterzeichnet. Die Voba Wohnbau plant eine Einfamilienhaussiedlung. Von Sina Zehrfeld

Für Eierstich war die Firma "Küppers Tiefkühlkost" mal bekannt. Und für Markklößchen, Kaiserschmarrn, Pfannkuchen. Im Jahr 2012 war damit Schluss: Insolvenz. Seitdem lag das Firmengelände an der Straße "An het Hagelkruys" meist komplett brach. Die Produktions- und Lagerhallen, das beeindruckende Wohnhaus des Firmeneigentümers: Alles verfällt, die Außengelände wuchern zu.

Die Kapellener sind von dem Zustand reichlich genervt. Wilfried Molderings, selbst Kapellener und SPD-Ratsvertreter, hört das immer wieder und hat selbst wiederholt darauf hingewiesen. "Da ist in das Wohngebäude schon mehrfach eingebrochen worden. Das macht den Leuten Angst", erzählt er. Niemandem gefällt der Gedanke, dass ein paar Häuser weiter eine Anlaufstelle für zwielichtige Gestalten ist: "Es ist ein Unsicherheitsgefühl bei den Leuten da." Ganz zu schweigen vom Erscheinungsbild, so Molderings weiter: "Einen Schönheitspreis gewinnen wir mit dieser Immobilie nicht. Sieht ja wirklich schlimm aus."

FOTO: Zehrfeld Sina

Vor allem aber ist in Kapellen beim Bauland Not am Mann. Es gibt kaum noch freie Flächen, während die Nachfrage deutlich vorhanden ist und dem Ort Zuzug auch gut tun würde. So hat die CDU im April beantragt, dass in Kapellen weitere Baugrundstücke geplant werden sollten. Begründung: Mit dem Küppers-Grundstück geht es nicht voran.

Doch genau das ändert sich jetzt. "Der notarielle Grundstückskaufvertrag ist geschlossen, und die Voba Wohnbau wird in Kürze Eigentümerin des Grundstücks sein", sagt Michael Henn, Geschäftsführer der Voba Wohnbau. Es sei eine Frage von zwei oder drei Wochen. Und dann sollen ebenfalls rasch die Bagger anrollen: Alles wird abgerissen. "Das Gelände wird komplett geräumt", blickt Henn voraus. Und dann soll dort eine "klassisches, reines Wohngebiet entstehen", so Henn: "Angedacht im städtebaulichen Konzept sind 22 Grundstücke für freistehende Einfamilienhäuser.

Bis die eigentliche Baustelle vorbereitet wird, dürfte nach grober Schätzung noch ein Jahr ins Land gehen. Die Voba Wohnbau rechnet damit, dass die Vermarktung der Grundstücke zügig geht. Denn die Lage des Gebietes sei "exzellent": "Das ist eine der schönsten Lagen von Kapellen", meint Henn.

Das Verfahren um den Grundstückshandel hatte sich außergewöhnlich lange hingezogen. Woran es gelegen hat, ist unklar. "Die Verzögerung lag bei der Insolvenzverwaltung, nicht bei uns", betont Michael Henn. "Die hat sich zur Vertragsprüfung acht Monate Zeit gelassen." Normal seien ein paar Wochen.

Die Insolvenzverwalterin, Natascha Habura von der Kanzlei Brinkmann und Partner in Düsseldorf, wollte darauf nicht eingehen. Es gehe um komplizierte Vorgänge, die nicht über die Presse ausgetragen werden sollten, erklärte sie. Mal gehe es schnell, mal nicht.

Es sei auch keineswegs so, dass es für sie als Insolvenzverwalterin von Vorteil oder gar lukrativ sei, wenn sich ein Verfahren in die Länge ziehe. "Die Dauer des Verfahrens beeinflusst nicht die Vergütung, die ich geltend machen kann", erklärte sie. "Ob ich ein Verfahren zehn Jahre habe oder drei Jahre, das erhöht meine Vergütung nicht um einen Cent." Stattdessen sei diese abhängig vom Erlös, den eine Immobilie einbringe.

Quelle: RP
 
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