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Geldern/Kevelaer
Kunden setzen wieder mehr auf Beratung

Geldern/Kevelaer: Kunden setzen wieder mehr auf Beratung
FOTO: Markus van Offern (mvo)
Geldern. Wo und wann besorgen sich die Gelderländer ihre Geschenke? Verschiedene Geschäfte in Geldern und Kevelaer gaben Auskunft über das Kunden-Interesse und den Trend, dass wieder mehr vor Ort beim Fachpersonal gekauft wird. Von Christoph Kellerbach

Die Zeit bis zum Weihnachtsfest ist nicht mehr lange. Nur zwei Wochen noch, bis verschiedenste Gaben und Geschenke unter dem Baum liegen sollen. Doch wo und wann kaufen die Kunden ein? Und geht man heute überhaupt noch in die Läden, oder bestellt man eh sämtliche Sachen im Internet?

All diese Fragen wurden bereits am zweiten Weihnachtswochenende beantwortet. So meinte zum Beispiel Shopperin Agnes Verlohe in Geldern: "Ich gehe lieber in die Läden, da weiß ich, was ich habe!" Und warum? "Da bekommt man besser erklärt, wie die Sachen sind!" Eine Meinung, die oft zu hören war.

Geschäftsführer Mark Goemans vom Elektronik-Fachgeschäft EP Hornbergs hat in den letzten Jahren einen ähnlichen Trend bemerkt: "Der Preisdruck durch das Internet wird zwar immer größer, aber da gibt es nur eines: Durchhalten. Auf Dauer hilft nur Service und Beratung vor Ort. Angebote kann jeder machen." Auch gehen die Einbußen durch Kunden, die nicht im Fachhandel, sondern im Netz kaufen, seit dem letzten Jahr stetig zurück. "Und in dieser Saison geht es weiter nach oben. Wir sind zufrieden mit der Kundschaft am zweiten Weihnachtswochenende. Die Käufer legen wieder Wert auf Beratung vor Ort und kaufen dann auch."

Dabei zeichnete sich das Bild ab, dass, je günstiger die Produkte sind, die Kunden auch länger warten und erst ganz kurz vor dem Christ-Fest zuschlagen. Dies bemerkte Barbara Valkysers. Die Inhaberin von drei Modegeschäften in der Gelderner Innenstadt verriet, dass die Verkäufe am zweiten Weihnachts-Samstag nicht so gut waren wie am ersten. "Anscheinend sind viele Leute noch auf der Suche." Auch am verkaufsoffenen Sonntag zeichnete sich ein ähnliches Bild ab: "Noch ist alles sehr verhalten. Die Meisten wollen sich nur informieren und wir erwarten, dass es sich so wie in den letzten Jahren verhält und die Kunden sich, was die Einkäufe angeht, auf die letzte Woche konzentrieren."

Das Internet habe auch bei der Mode dafür gesorgt, "dass Laufkundschaft weniger geworden ist", aber die Einbußen seien "seit zwei Jahren etwa gleich", so Valkysers. Sie gab ebenfalls zu bedenken: "Je jünger, desto mehr Internet!"

Dieses Problem hat Dirk Winkels nicht. Der Leiter von "Mutter und Kind" in Kevelaer hat vor allem mit jungen Kunden und deren Eltern zu tun und für ihn "beginnt das Weihnachtsgeschäft bereits mit mit der kurzen Nikolaus-Saison". Von da an gäbe es einen stetigen Strom an Käufern.

Das zweite Weihnachtswochenende, welches in Kevelaer ohne einen verkaufsoffenen Sonntag auskommen musste, hatte für ihn "mehr Verkäufe als die letzte Woche". Was die Einkäufe im Netz angeht, meinte er, dass "auch wir davon betroffen sind. Aber glücklicherweise haben wir eine treue Kundschaft. Gleichzeitig sind das Wichtigste der Service und die Leistungen vor Ort."

Bei den Erwachsenen kennt sich Markus Kaenders vom Modehaus Kaenders aus: "Bei uns war in der letzten Woche Weihnachten noch kein Thema. Aber jetzt, am zweiten Weihnachtswochenende, gibt es bereits vermehrt Kunden, die nachfragen, was dieses Jahr im Trend liegt, oder ob man Sachen nach Weihnachten zurückgeben kann."

Das Wichtigste bei der nicht repräsentativen Beobachtung des Weihnachtswochenendes in Geldern und Kevelaer sind aber die persönlichen Kontakte. Sei es nun der Ausverkauf beim "Modehaus Kaenders" wegen des anstehenden Umbaus oder die Beratung bei "EP Hornbergs" oder "Mutter und Kind": Nach Jahren des Internet-Wahns sind die Menschen offensichtlich wieder mehr interessiert an informiertem Fachpersonal und Service vor Ort. Auch wenn die Kundschaft wohl immer später für Weihnachten einkauft.

Quelle: RP
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